Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Zugang

Foto: pixel2013 / Pixabay

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Ich denke über Zugänglichkeit nach. Zugang braucht Zeit.

 Wenn ich es allzu eilig habe, an ein beliebiges Ziel zu kommen, dann ähnelt der Weg einer Schnellstraße, auf der vieles nur an mir vorbeirauscht.

Als ich im Sommer an der Alster wandern war, irritierte mich das Tempo der anderen, die allesamt sehr sportlich unterwegs waren. Sogar Mütter liefen im Trab, Kinderwagen vor sich herschiebend. Ich verstehe natürlich, dass es schöner ist, in vermeintlicher Idylle zu joggen oder Rad zu fahren – statt an lauten und gefährlichen Straßen. Aber einen so viel befahrenen Wanderweg hätte ich mir nicht träumen lassen und fand dort leider nicht die erhoffte Besinnlichkeit. Die Natur selbst war beschaulich, doch in dem Gewimmel, das mich umgab, fühlte ich mich quasi wie ein Verkehrshindernis. Ich suchte das Weite, also Rückzug. Müßiggang, Ruhe und Erholung von der Hektik der heutigen Zeit. Ich mag oft nicht mitmachen bei all dem, was die eigene Aufmerksamkeit ablenkt, sondern möchte mich vielmehr in Betrachtungen vertiefen können. Sinnliche Eindrücke genieße ich gerne in Ruhe und freue mich über deren wohltuende Wirkung. Flüchtige Blicke bleiben dagegen meist oberflächlich, bieten nur eine Orientierung, in welche Richtung es weitergehen könnte oder sollte. Und so kehre ich immer wieder gerne in meine geistige Heimat im Süden von Hamburg zurück, schreibe nun eine wenig witzige Kolumne mit umso mehr Tiefgang und empfehle jedem Menschen, sich etwas mehr Zeit zu nehmen, um sich besseren Zugang zu verschaffen – zu Land und Leuten, Bildern und Büchern, Kunst und Kultur, für alles mit Herz und Seele. Es ist die Einladung zu einer gefälligen Kostprobe nach eigenem Gusto: Sesam, öffne dich!

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Verwandte Beiträge

Druckansicht    

Facebook Kommentare