Modick erhält Hannelore-Greve-Preis 2020

Wortgewaltig

Klaus Modick (Foto: Stephan Meyer-Bergfeld)

Der Schriftsteller Klaus Modick erhält dieses Jahr den Hannelore-Greve Preis für Literatur. Das Votum war deutlich.

Am Ende erfolgte das Votum der Jury des Hannelore-Greve-Literaturpreises unter dem Vorsitz von Frau Eva-Maria Greve einstimmig. Der Preis geht in diesem Jahr an den Schriftsteller Klaus Modick. Die Preisverleihung unter der Schirmherrschaft des Hamburger Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher erfolgt am Mittwoch, 4. November 2020, um 12 Uhr vor geladenen Gästen im Festsaal des Hamburger Rathauses.

Die Jury* würdigt das umfangreiche Werk eines der gebildesten Autoren in Deutschland. Modick ist ein wortgewaltiger Schreiber, seine Wortmalereien  ein einziger ästhetischer Genuss. Der Autor spiele auf verschiedenen Bühnen und verbinde Ernsthaftigkeit mit Können. Er benutze in seinen Romanen und Essays äußere Anlässe, um dann in die Tiefe zu gehen. Hinreißend zum Beispiel die Beschreibung der Entfremdung  zwischen dem  Künstler Heinrich Vogeler und dem Dichter Rainer Maria Rilke im historisierenden  Roman  „Konzert ohne Dichter“ um die Künstlerkolonie  Worpswede im Jahr 1990. Ebenso herausragend Modicks letzter Künstlerroman „Keyserlings Geheimnis“.

Zu Modick:

Klaus Modick besuchte das Alte Gymnasium in Oldenburg (Oldenburg) und legte dort 1971 sein Abitur ab. Studium der Germanistik, Geschichte und Pädagogik an der Universität Hamburg. 1977 Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Deutsch und Geschichte, 1980 Promotion in Literaturwissenschaft mit einer Arbeit über Lion Feuchtwanger. Tätigkeiten in verschiedenen Berufen, u.a. als Werbetexter und Lehrbeauftragter für Literatur. Seit 1984 freier Schriftsteller und Übersetzer. Modick lebt seit 2000 wieder in Oldenburg (Niedersachsen). Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland und Empfänger mehrerer Literaturstipendien (u.a. Villa Massimo, Rom; Cité Internationale des Arts Paris; Deutscher Literaturfonds) sowie des Bettina-von-Arnim-Preises 1994 und des Nicolas Born-Preises 2005. Gastprofessuren im In- und Ausland.

„Klaus Modick entspricht in seinen Romanen jenen Wünschen an die neue deutsche Literatur, die seit Jahr und Tag die Debatten beherrscht, als das bedeutende Beispiel eines zugleich realitätshaltigen und spielerischen, hintergründigen und unterhaltsamen Erzählens. Seine Romane sind vielschichtig, geprägt von komplexen Motivverarbeitungen und literarischen Anspielungen, aber an der Oberfläche immer süffig und, wie man sagt, gut zu lesen.“ (Hubert Winkels: Deutschlandfunk)

„Intelligent und literarisch beschlagen hat Klaus Modick fest ein Publikum im Blick, das nicht gewillt ist, sich langweilen zu lassen.“ (Walter Hinck: Frankfurter Allgemeine Zeitung) Er schreibt mit „jener spezifischen Leichtigkeit, die in Deutschland einen schweren Stand hat. Sie ist gut komponiert, sie wird suggestiv erzählt; und sie leistet unangestrengt alles, was angestrengtere Literatur auch von sich verlangt. Literatur in Sicht!“ (Jochen Hörisch: Neue Zürcher Zeitung)

Weiterführend: Hamburger Autorenvereinigung

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