Künstlerisch-kulturelles Integrationsprojekt stellt Ergebnisse vor:

Wohnen als Kunst?

Bild (Ausschnitt): Thomas Timm

Ein Dach über dem Kopf sollte in einer reichen Gesellschaft das Minimum sein. Das dem nicht so ist, verdeutlicht ein Kunstprojekt, das nun zum Diskurs einlädt.  

Das Künstlerisch-kulturelle Integrations-Kunstprojekt zum sozialen Brennpunktthema Wohnen (wir berichteten: „bezahlbares Wohnen als Kunst“) präsentiert im Habibi Atelier, Harburg Arcaden, Lüneburger Straße 39, 21073 Hamburg seine Werke:

  • am Samstag, den 14.12.2019 von 14.00 bis 18.00 Uhr, mit künstlerischer Führung und Bürgerdialog in Anwesenheit der Künstler*innen im Habibi Atelier um 15 Uhr, Leitung Ulrike Hinrichs
  • und vom 2.12.2019 bis 20.12.2019 im Rahmen des Kunsttausch für Obdachlose (Habibi Atelier, Leitung Sly)

„Ein schwieriges Thema für viele Menschen ist der Wohnungsmarkt“, sagt Hinrichs, die als Rechtsanwältin für den Mieterverein zu Hamburg viele Mieter auch in Harburg betreut hat. Nachdem sie Ende 2018 ihren Ursprungsberuf an den Nagel gehängt hat, nutzt sie ihre Erfahrungen aus ihrer Zeit als Anwältin in ihren sozialen Kunstprojekten wie dem Projekt „Gemalte Freiheit“ (siehe ´Tiefgang`: Grundrechte sorgen für volles Haus ) oder dem nun ebenfalls grundrechtsrelevanten Projekt „Wohnst du noch oder lebst du schon auf der Straße“.

„In Ballungsstädten wie in Hamburg ist er nicht nur angespannt, sondern mittlerweile auch für Normalverdiener sogar in den Randbezirken unbezahlbar geworden. Es gibt keinen adäquaten Wohnraum mehr. Ein Dach über dem Kopf gehört aber zum Existenzminimum und auch zum würdigen Leben in einer Demokratie. Das Thema beinhaltet daher viel Sprengstoff. Das gilt besonders auch in unserem Stadtteil Harburg, der ein sozialer Brennpunktbezirk ist“, ergänzt Hinrichs.

Aufgerufen waren alle Bürger*innen sich künstlerisch mit dem Thema auseinandersetzen, Sichtweisen und Perspektiven darzustellen, dem Thema eine neue Perspektive durch die Brille der Kunst zu geben. „Nun wollen die beteiligten Künstler*innen mit den Bürger*innen zu dem Thema Wohnungsmarkt über die Kunstwerke diskutieren“, sagt die Initiatorin und Leiterin des Projektes.

Die Werke werden zudem im Rahmen des Kunsttauschs für Obdachlose gezeigt. Der Leiter des Habibi Ateliers Sly organisiert jährlich zur Weihnachtszeit eine Kunstaktion bei der man gegen Isomatten, Schlafsäcke und Budni-Care Tüten die Kunstwerke erwerben kann.

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