Landesmusikrat Hamburg unterstützt Hamburger Amateurmusikensembles

„Wir wollen wieder musizieren“

Selbst für vermeintlich brave Knabenchöre sind es gerade schwere Zeiten. (Foto: David Mark / Pixabay)

„Musik macht alles besser“ lautet ein altbekannter Schlager. Das denken sicher auch alle Amateurmusikensembles der Stadt über ihr gemeinsames Musizieren. Die Pandemie stellt dies nun aber existenziell in Frage.  

Gut 200.000 Menschen in Hamburg gehen in ihrer Freizeit und teils hoch qualifiziert der Musik nach: in Chören, Ensembles, Zupf-, Blas- oder Orchestern jeder Couleur – sie sind die Kinderstube des Nachwuchses, aus dem manch großer Star von Morgen hervorgeht.

Jetzt aber stehen sie vor großen Herausforderungen. Trotz Lockerungen der Corona-Verordnungen, nach fast dreimonatigem Shut-Down, ist das gemeinschaftliche Musizieren stark beeinträchtigt und läuft nur langsam wieder an– es fehlt an Platz, Raum und passenden Auftrittsorten. Die Pandemie und die damit verbundene Angst vor Ansteckung erschweren das gemeinschaftliche Musizieren zusätzlich. Die Amateurmusikszene, eines der größten zivilgesellschaftlichen Bewegungen in Deutschland mit großem ehrenamtlichen Engagement, möchte in Hamburg trotzdem positiv in die Zukunft blicken und wieder regulär musizieren können.

„Chöre wie auch Blasorchester benötigen nach aktuellen Empfehlungen einen Mindestabstand von 2,5 m in geschlossenen Räumen und 1,5 m im Freien  zwischen ihren Ensemblemitgliedern, um der Aerosol-Verteilung Rechnung zu tragen. Da braucht es gutes Wetter und leere Parks im jetzigen Sommer. Aber spätestens im Herbst müssten große Räume her, um überhaupt gemeinsam und in normaler Besetzung musizieren zu können“, so Doris Vetter aus dem Präsidium des Landesmusikrates Hamburg und selbst in der Chorarbeit aktiv. „Ein gemeinsames Singen per Videokonferenz“, so ihre eigene Erfahrung, „ist eine gute Möglichkeit zur Überbrückung der akuten Situation. Nach vier Monaten auf Zoom wird es aber höchste Zeit für Präsenzproben. Diese kann kein Online-Tool ersetzen.“

Auch instrumentale Ensembles, Bands und Orchester kämpfen mit den vorgeschriebenen Abstands- und Kontaktregeln. Diese haben häufig auch keine adäquaten Räume, wo alle Mitspielenden unter den gegebenen Umständen proben können.

„Wir sind sehr dankbar, dass die Behörde für Kultur und Medien, vor allem auch Herr Senator Dr. Carsten Brosda, sich von Beginn der Corona-Pandemie an intensiv für die Musik in Hamburg einsetzt. Die BKM unterstützt derzeit die Amateurmusikszene auch aktiv bei der Raumsuche“, bedankt sich Thomas Prisching, Geschäftsführer.

Der Landesmusikrat Hamburg,  größter Dachverband der Musikstadt Hamburg,  möchte hierbei unterstützen. „Wir wären froh, wenn wir geeignete Räume in Hamburg hin und wieder und auf unkompliziertem Wege nutzen könnten“, so der 1. Vizepräsident Matthias Rieger. Und das im gesamten Stadtgebiet, denn „betroffene Chöre und Instrumental – Ensembles finden sich überall in dieser Stadt und wollen auch dort musizieren“.

 Aufruf:

Wenn Sie über private Räume, Säle und Hallen verfügen, die  frei und geeignet sein könnten, freuen sich der Landesmusikrat über eine Information an Frau Anita Rudat unter rudat@lmr-hh.de.

Quelle: www.lmr-hh.de

 

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