Buxtehudes Artothek: Echte Kunst in den eigenen vier Wänden

„Wertschätzung regionaler Künstler!“

Kunstoriginale an der eigenen Wand? Für Buxtehudes Artothek-Leiterin Susanne Wiegel normal. (Foto: Daniela Ponath, Historisches Rathaus)

Alle reden von Kunst – in Buxtehude und anderswo leiht man sie auch. In der Artothek. Einfach so und für wenig Geld. Und gibt damit den regionalen Künstlern nicht nur gebührende Wertschätzung. ´Tiefgang` fragte mal nach bei der Leiterin Susanne Wiegel – und stieß auf ein offenes Ohr und Herz für die Kunst!

Tiefgang (TG): Die Artothek Buxtehude, die Sie leiten, besteht bereits seit 1984. Wie und von wem kam seinerzeit die Idee auf?

Susanne Wiegel: Zwei Buxtehuder Künstler haben die Idee an die Stadt herangetragen. Die Idee wurde vom Kulturamt und dem Kulturausschuss dankend aufgenommen. Der Anfangsbestand betrug 58 Bilder und stammte aus dem eigenen Bestand der Verwaltung.

TG: Wie genau darf ich mir als kunstinteressierter Nutzer die Nutzung der Artothek vorstellen?

Wiegel: Das ist den Nutzungsbedingungen zu entnehmen.

TG: Welche Künstler finden sich vorrangig im Inventar der Ausleihe?

Wiegel: Regionale Künstler.

TG: Wie viele Bilder stehen zur Auswahl und wie viele Nutzer können Sie mittlerweile zu Ihren „Kunden“ zählen?

Wiegel: 524 Exponate, die aus Bildern, Skulpturen und Kleinplastiken bestehen. Zur Zeit haben wir 33 Nutzer und Kolleginnen und Kollegen der Hansestadt Buxtehude für die Büroräume.

TG: Wie ist der Kunstbestand zustande gekommen oder wie wird er erweitert?

Wiegel: Der Bestand setzte sich anfänglich aus 58 Bildern zusammen, ausschließlich aus bereits bestehenden Ankäufen der Stadtverwaltung. Es werden Werke aus Ausstellungen, Galerien und Messen angekauft. Jährlich allerdings höchstens zwei Bilder. Erweiternd kommen dann Leihgaben von Künstlerinnen und Künstler hinzu. 

TG: Kann ich auch als Hamburger die Artothek Buxtehudes nutzen?

Wiegel: Ja! Auch Hamburger beziehungsweise Nicht-Buxtehuder sind herzlich willkommen!

TG: Welche Rolle spielen die regionalen Künstler für die Artothek?

Wiegel: Eine sehr große. Der Anspruch unserer Artothek ist, im Rahmen der Künstlerförderung möglichst jeden regionalen Künstler mit einem Exponat in der Artothek vertreten zu haben.

„Fanny und Franny“ des Künstlers Ralf-Rainer Odenwald können Sie problemlos zuhause bestaunen. (Quelle: Artothek Buxtehude)

TG: Wie sehen die Künstler selbst das „Spielfeld“ Artothek? Gibt es einen regelmäßigen Austausch, werden Ideen eingebracht, Ausstellungen initiiert?

Wiegel: Ja gibt es. Ideen können eingebracht werden und es werden fünf Ausstellungen im Jahr organisiert.

TG: Heutzutage wird gerne und immer alles an Zahlen festgemacht. Gibt es Zahlen zu den Kosten aber auch zum Kunstbestand der Artothek? Worüber wird die Artothek finanziert? Ist dies regelmäßig ein „kritisches Thema“?

Wiegel: Wir haben ein Budget von 5.500,- Euro im Jahr. Davon werden die Versicherung, die Ankäufe und Reparaturen beglichen. Für 524 Exponate insgesamt. Es wird alle paar Jahre wieder in der Politik über die Kosten neu diskutiert. Allerdings wird es immer sehr schnell fallengelassen. Durch die Feststellung, dass der Kostenaufwand zum Nutzen sehr gering ist. Die letzte Diskussion wurde 2011 geführt. (Anm. d. Red.: Personal und Räume sind in dem Budget nicht einbezogen und werden von der Hansestadt Buxtehude bestritten).

TG: Werden Bilder regelmäßig und für wie viel Geld erworben? Woran wird ein Preis festgemacht?

Wiegel: Zwei Bilder pro Jahr. Der Preis wird gar nicht so genau festgemacht. Wir entscheiden das recht individuell.

 TG: Ist die „Wertschätzung“ der Kunst durch die Artothek gestiegen? Und wenn, woran lässt sich das festmachen? Gibt es „Anekdötchen“?

Wiegel: Ich denke, dass es eine gute Möglichkeit ist, sich mit Kunst auseinanderzusetzen und das alle halbe Jahr neu. Die Wertschätzung ist die Förderung der regionalen Künstler. Es kommen auch immer wieder Kindergärten oder Grundschulen zu uns, die sich bei uns Kunst ausleihen. Also auch eine gute Möglichkeit sich mit Kunst bereits in jungen Jahren zu beschäftigen. Es war mal ein Kindergarten bei uns. Die Kinder haben mehrere Bilder gemeinsam gewählt. Ein Mädchen war dann ganz traurig, da ihr Bild nicht ausgesucht worden ist. Am nächsten Tag kam dieses Mädchen mit den Eltern in die Artothek und das Bild wurde für das Kinderzimmer mitgenommen.

TG: Wie sind die Perspektiven der Buxtehuder Artothek in den kommenden Monaten und Jahren?

Wiegel: Meiner Meinung nach sehr gut. Die Artothek hat einen guten Ruf.

TG: Was würden sich noch wünschen für die Kunst in Buxtehude?

Wiegel: Ich denke für die Kunst wird in Buxtehude viel getan.

 TG: Vielen Dank für das Gespräch und die Erkenntnisse …

 

Termin:

Im Rahmen des Verkaufsoffenen Sonntages am 2.4.2017 von 13.00 – 18.00 Uhr hat die Artothek Buxtehude, Breite Straße 2, 21614 Buxtehude geöffnet. Es werden dort die Ankäufe von 2015 und 2016 präsentiert.

Zum Künstler Ralf-Rainer Odenwald finden Sie weitere Informationen hier: ralfrainerodenwald.de

(Die Fragen für ´Tiefgang` stellte Heiko Langanke)

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