Einige Worte zur Decke, damit sie nicht auf den Kopf fällt …

Was ist noch privat?

Foto;: free-photos / Pixabay

John Pütz sitzt wie wir alle zuhause und macht sich so seine Gedanken …

Diese Diskussion um die Privatsphäre hat sich irgendwie wohl erledigt, wie?

Für mich nicht! Ganz im Gegenteil. Ich fordere sie mehr denn je!

Wenn ich mir anschaue, wie sie alle jetzt alle diese Homeoffices machen – irgendwo zwischen ihrem Ramsch an billiger Literatur – aber aufgereiht als hätten Sie Professuren an Elite-Universitäten. Eine nimmt ihren Hund auf den Schoss – er sieht auch namentlich so aus. Bei einem anderen erkennt man die Nikotin-Gelbe seiner Fensterrahmen. Bei einer weiteren Person tauchen aus dem Unteren immer wieder die Häkelnadeln auf. Sorry. Aber so kann, so will ich nicht arbeiten! Wer will das sehen?!?

Und nicht nur da, wo wir zur Arbeit im Privaten von eben auf jetzt verpflichtet wurden. Will ich Promis in ihren Elendsbehausungen sehen? Den gelebten und doch steril-toten Schöner-Wohnen-Wahnsinn? Eddy Murphy sagte in „Nur 48 Stunden“ sehr richtig: „Geschmack kann man nicht kaufen!“

Aber es reicht ja weiter. Ich – als John Pütz in Person! – soll den „öffentlichen Raum meiden.

Na gut. Wenn ich da fehle, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Aber wenn alle und jeder den „öffentlichen Raum“ meiden, ist es dann ein solcher überhaupt noch?!

Dabei – Achtung, jetzt wieder was für die Bildung! – stammt der Begriff des „Öffentlichen“ aus der Herleitung des „Amtlichen“, des „Staatlichen“ oder des „Offenen“, „Sichtbaren“.

Also: wenn der Staat das Amtliche ausschließt, das Sichtbare zum Unsichtbaren lädt und das Offene letztlich verschlossen bleibt, dann ist es nicht falsch, zuhause zu bleiben. Es ist falsch so einen Quatsch zu reden!

Besser wäre, jetzt im Radio und Fernsehen – zum Lesen machen ich es ja gerade! – über die Herkunft der Worte und so auch ihren Sinn oder auch Un-Sinn aufzuklären. Denn wenne s mal wieder „normal“ werden sollte, ist es sicher gut, wenn einige unserer umsichtigen Nachbarn sich mal gewiss werden, dass das Betreten eines Supermarktes in am Gesäß herunterhängenden, ausgeleierten Jogging- oder Legginghosen auch bedeutet, eben diese Kleidung zur Schau zu tragen, für alle Sichtbar und das auch noch amtlich!

Kleider machen Leute und Sprache manchmal sprachlos!

 

Euer John Pütz

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