Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Verständigung

Scheinbar Undurchschaubares ist zuweilen in seinen Verbindungen völlig klar. (Foto: Jan Mallander/pixabay)

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Das A und O von zwischenmenschlicher Begegnung ist die Sprache.

Dazu zähle ich nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch Mimik und Gestik. Es macht einen großen Unterschied, ob ich jemanden anlächle oder missbilligend mit dem Kopf schüttele.

Ja, mir ist klar, dass es oft schwer ist, sich trotz des allgemeinen Stimmengewirrs und großem Durcheinander nicht zu verschließen, sondern hinzuhören. Manch einer ist skeptisch gegenüber Multikulti und nicht einmal alle Deutschen sprechen dieselbe Sprache – dabei denke ich nicht an diverse Dialekte. Sondern, dass sich jeder vorzugsweise mit Seinesgleichen austauscht und dabei die eigene Weltsicht bestätigen lässt. Das gab es auch schon vor Facebook. Es bedarf keiner ausgeklügelten Algorithmen, damit wir mit jenen am Stammtisch zusammenfinden, die ähnlich ticken.

Ich träume gelegentlich davon, dass wir Fremdheitsgefühle überwinden, aufeinander zu- und eingehen. Erst wenn ich erfahre, was in einem anderen Menschen vorgeht, kann ich beginnen zu begreifen, ihn vielleicht verstehen und dann auch mitfühlen.

Ich fände es besser, wenn wir bereit wären, voneinander zu lernen, statt mit missionarischem Eifer die eigenen Überzeugungen für das einzig Wahre zu halten.

Die Gesellschaft, wer ist das? Ist es die Gesamtheit oder deren einzelne Gruppen und Interessenverbände? Bei genauerer Betrachtung zerfällt der Begriff schnell in Bestandteile wie Ober-, Mittel- und Unterschicht, Eliten und Randgruppen, Gewinner und Verlierer. Doch auch diese sind nicht von einem Schlag, sondern haben unterschiedliche Lebensläufe und Ansichten.

Gesellschaft, das sind wir alle, keiner mehr als der andere. Nur schade, dass das allgemeine WIRgefühl fehlt. Wo kann man es bekommen? In Einkaufszentren, auf der Straße oder in Vereinen?

Wer sich anmaßt, für alle zu sprechen, muss noch lange nicht das Volk sein.

Ich denke, zur Gesellschaft gehören alle dazu und was unser Miteinander ausmacht, liegt in der Hand jedes einzelnen.

Verwandte Beiträge

Druckansicht    

Facebook Kommentare