Unesco bedauert die Austritte der Vereinigten Staaten und auch Israels:

USA pfeifen auf die Weltkultur

Weltkulturerbe: Die Laubenganghäuser im Bauhaus-Stil in Dessau wurden von der Unesco dazu ernennt. (Foto: Unesco Deutschland)

Der Wert von Kultur und Bildung wird gerne als Völker verbindend gelobt. Ehrlich gemeint ist das selten. Das bekommt nun auch die Unesco zu spüren…

Die Vereinten Nationen (United Nations = UN) waren und sind immer dann bedeutsam gewesen, wenn einzelne Staaten nicht mehr weiter wussten. Dann hat man gerne die UN bemüht. Sollen doch sie den Karren aus dem Dreck ziehen, dass man selbst sein Image nicht ramponiert. Und deshalb mögen die UN zwar immer weise und gelehrsam daher kommen. Angewiesen sind sie aber immer auf alle und das Tempo gibt in etwa der Langsamste vor.

Dennoch: die UN haben zu Zeiten des „Kalten Krieges“ und auch nach dem Fall des sogenannten „Eisernen Vorhangs“ wahren diplomatische Meisterwerke zustande gebracht. In Afrika sind tausende Menschenleben gerettet worden, weil die UN friedliche Truppen und Beobachter entsandte wie auch im damaligen Jugoslawienkrieg.

Und sie ist eben mit Unterabteilungen aktiv. Für Kinder mit Unicef. Für Kultur und Bildung mit der Unesco.

Die jetzigen Zeiten aber sind nicht rosig für die UN. Denn alle Staaten meinen das Recht alleinig auf ihrer Seite zu wissen. Wer braucht da einen Völkerbund? Und wen trifft es mit als Erstes? Die Kulturabteilung Unesco. Erst treten die Vereinigten Staaten von Amerika und nun auch Israel aus.

In der Pressemitteilung der Unesco vom 12. Oktober 2017 heißt es dazu:

„Die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, erklärt:

„Wir bedauern außerordentlich, dass die Vereinigten Staaten von Amerika heute entschieden haben, aus der UNESCO auszutreten. Bereits seit der Aufnahme Palästinas in die Organisation im Jahr 2011 haben sie ihre Mitgliedsbeiträge an die UNESCO nicht mehr entrichtet.

Prof. Dr. Metze-Mangold

Die UNESCO ist ein zentrales internationales Forum für die Zusammenarbeit in Bildung, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation. Mit ihren normativen Instrumenten, innovativen Konzepten sowie weltumspannenden Netzwerken von Expertinnen und Experten in Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Praxis stärkt sie die internationale Verständigung und Zusammenarbeit. Mit ihren erfolgreichen Programmen wie dem Welterbe, den Biosphärenreservaten oder dem UNESCO-Schulnetzwerk fördert sie weltweit Bildung, Kulturerhalt und Weltoffenheit.

Für die UNESCO als UN-Organisation mit universeller Geltung ist der Rückzug der USA ein Verlust. Die Zusammenarbeit der UNESCO mit Akteuren aus Wissenschaft und Praxis in den USA wird jedoch auch weiterhin erfolgen. Wir hoffen, dass die USA in naher Zukunft wieder aktiv an der Gestaltung der UNESCO-Programme mitwirken werden.“

Quelle: unesco.de

 

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