Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Unverträglich

Gretas Wecker (Foto: Alexas_Fotos / Pixabay)

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Ich frage mich, was schlimmer ist: Die geschädigte Natur, das aufgeheizte Klima oder die anstrengende Debatte über notwendige Veränderungen.

 Am 20. September war der Tag der großen Demo von Fridays für Future und denjenigen, die die Bewegung unterstützen. Sowohl die Rufe der generationsübergreifenden Kritker der jetzigen Wirtschafts-Politik werden lauter, als auch von solchen, denen „Schulschwänzer“ ein Dorn im Auge sind, ganz zu schweigen von der lautstarken Minderheit, die sich voller Hass und Häme gegen ein junges Mädchen richtet, das es wagt, sich trotz des allgemeinen Aufschreis Gehör zu verschaffen. Die „Debatte“ reicht von sachlich bis anfeindend.

Ja, das Thema Greta und die Klima-Katastrophe können einem schon zum Halse raushängen… Seit Jahrzehnten diese Bangemacherei, dass wir nicht all unsere Werte des lieben Wohlstands wegen verraten und verkaufen sollten und Raubbau an der Natur und ganzen Völkern sich eines Tages rächen könnte. Immer diese Angsthasen, die wollen, dass sich alles um sie und ihre Umwelt dreht! Für Nachhaltigkeit sein, aber nicht die Luft anhalten! Die „Argumente“ hören sich bisweilen wirklich absurd an…

Was sind das für Menschen, die anderen das Recht absprechen, für etwas einzutreten, das uns alle angeht, und selbige diffamieren? Laufen diese Demonstranten ihrer Meinung nach alle nur einem Trend hinterher, sind verbohrt und blöd, weil sie sich „instrumentalisieren“ lassen und haben in Wirklichkeit wahlweise gar keine eigene Meinung oder eben keinen Durchblick?

Es muss wohl an meiner dummen Naivität liegen, wenn ich die Bewegung ernst nehme und hoffe, dass sie ein Umdenken bewirken kann.

Immerhin in einem Punkt stimme ich zu: Angst ist kein guter Ratgeber.

Ignoranz allerdings auch nicht.

Also, Kopf hoch, Vogel Strauß!

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