Projektreihe der Zinnschmelze erhält Hamburger Stadtteilkulturpreis 2020

„Unantastbar“ online

Zinnschmelze -Geschäftsführerin Sonja Engler (Foto: Martin D Costa)

Besondere Umstände bedürfen besonderer Formate. Und so fand die diesjährige Verleihung des Stadtteilkulturpreises einfach online statt.

Diese Woche wurde der 17. Hamburger Stadtteilkulturpreis in einer Onlinezeremonie an die Projektreihe „Unantastbar. Grundrechte – Greif zu!“ der Zinnschmelze verliehen. Der Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda überreichte den mit 12.000 Euro dotierten Preis stellvertretend für das Gremium der Preisgeber online an Sonja Engler von der Zinnschmelze.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Es sind besondere Umstände, unter denen wir den diesjährigen Stadtteilkulturpreis verleihen. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, die eigentliche Preisverleihung in ein so gelungenes Online-Format zu bringen und die teilnehmenden Projekte sowie das Gewinnerprojekt virtuell, aber von Herzen zu ehren. Mit viel Elan und Engagement hat sich die Zinnschmelze samt Kooperationspartnern mit der Projektreihe ‚Unantastbar. Grundrechte – Greif zu!‘ dafür eingesetzt, die Auseinandersetzung mit unserer Demokratie zu fördern und das kulturelle Leben unserer Stadt noch zugänglicher, offener und vielfältiger zu gestalten. In Zeiten, in denen wir mit vielen Einschränkungen umgehen müssen, freue ich mich besonders, die Grundrechte in ihrer Unantastbarkeit zu würdigen und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen in den Stadtteilen.“

Sonja Engler, Geschäftsführung von der Zinnschmelze: „Eigentlich ist das ja ein ganz trockener Text – ein Gesetzestext. Aber genau das war auch der Kitzel daran, den da rauszuholen, aus der Staubecke: Was heißt es für uns heute? Wir fanden es attraktiv, kulturell damit zu arbeiten. So, dass es Spaß macht. Wir holen das in den Alltag, wir sind keine Schule, wir machen Kulturprojekte, wo man selber tätig werden kann. Unser Anspruch hier als Haus ist es, Projekte zu machen, eine Arbeit zu leisten, wo wir einen gesellschaftlichen Zusammenhalt erzeugen.“

Corinne Eichner, Geschäftsführung von STADTKULTUR HAMBURG: „Mit dem Preisträgerprojekt „Unantastbar. Grundrechte – Greif zu!“ zeichnet die Jury des Hamburger Stadtteilkulturpreises in diesem Jahr ein Projekt aus, dessen Thematik nicht aktueller sein könnte. Das Projekt der Zinnschmelze und ihrer Kooperationspartner macht mit den Grundrechten ein Thema von so universaler Bedeutung zum Gegenstand seiner Arbeit und für eine breite Zielgruppe zugänglich, dass es geradezu paradigmatisch für die Qualitäten und Wirksamkeit stadtteilkultureller Arbeit und ihre politische und kulturelle Relevanz für die offene Gesellschaft steht. Wir freuen uns, dass es dank der Unterstützung und Flexibilität aller Beteiligten gelungen ist, die Preisverleihung als Film umzusetzen und trotz social distancing diese wichtige Arbeit zu feiern!“

Über die Projektreihe „Unantastbar. Grundrechte – Greif zu!“ der Zinnschmelze

Die Projektreihe „Unantastbar. Grundrechte – Greif zu!“ der Zinnschmelze befasst sich mit den verschiedenen Artikeln des Grundgesetztes. Diese werden in diversen Kulturveranstaltungen wie Performances, Tanzworkshops, multimedialen Theatervorstellungen oder Diskussionsveranstaltungen thematisiert. Ganz nach dem Motto „Demokratie geht alle etwas an“ gab es Kooperationen mit verschiedenen Projektpartnern wie dem Kulturschloss Wandsbek, dem Goldbekhaus, Lukulule und dem Jugendinformationszentrum (JiZ).

Die Jury sieht das Projekt „Unantastbar. Grundrechte – Greift zu!“ der Zinnschmelze in Barmbek als besonders preiswürdig an, da es die Auseinandersetzung mit den Grundlagen unserer Demokratie fördert und damit für eine breite Zielgruppe und alle Bevölkerungsgruppen und sozialen Milieus zugänglich macht. In Zeiten, in denen die absolute Geltung der Grundrechte nicht mehr von Allen akzeptiert wird, zeigt das Projekt die besondere politische und kulturelle Relevanz von Stadtteilkultur für eine offene, vielfältige Gesellschaft und bezieht gleichzeitig unterschiedlichste Kooperationspartner ein.

Der Stadtteilkulturpreis 2020

Gestiftet und unterstützt wird der Hamburger Stadtteilkulturpreis von der Hamburgischen Kulturstiftung, der Gabriele Fink Stiftung, der Patriotischen Gesellschaft von 1765 und der Behörde für Kultur und Medien. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. unterstützt die Umsetzung. STADTKULTUR HAMBURG, der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturelle Bildung, ist als Experte und Szenekenner für Konzeption und Durchführung des Wettbewerbs zuständig. Von Anfang Oktober bis Anfang Dezember 2019 konnten sich kulturelle Initiativen, Zentren und Vereine sowie Einzelpersonen, die sich in der Stadtteilkulturarbeit in Hamburg engagieren, für den Preis bewerben. Nach einer Vorauswahl der Teilnehmenden durch die Preisstifter ermittelte eine unabhängige Jury – bestehend aus Robert Hillmanns vom zakk Düsseldorf, der ehemalige Direktorin der Bücherhallen Hamburg Hella Schwemer-Martienßen und der Geschäftsführerin der Klaus und Lore Rating Stiftung Caroline Sassmannshausen – den Preisträger. Gerade in schweren Zeiten wie diesen braucht es Kultur, die den Zusammenhalt stärkt. Die Stadtteilkultur fungiert auch virtuell als Brückenbauer und stärkt Teilhabe, Vielfalt und das Miteinander durch innovative Kultur- und Bildungsangebote.

So wurde am Dienstag, den 21. April 2020 auch der mit 12.000 Euro dotierte Hamburger Stadtteilkulturpreis vom Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda virtuell übergeben. Die Moderation der Veranstaltung übernahm auch 2020 wieder Daniel Kaiser, Leiter der Kulturredaktion von NDR 90,3.

Das Verleihungsvideo: 

 

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