Ausstellung im Düsseldorfer NRW-Forum nähert sich Künstlicher Intelligenz

The Art of Siri & Alexa

Wer von beiden ist künftig der Künstler? Man wird genauer hinschauen müssen ... (Foto: Justine Emard, ADAGP)

Wenn die Maschine zum Schöpfer wird – was bedeutet das eigentlich? Eine Ausstellung im Düsseldorfer NRW-Forum widmet sich dem Thema mal gänzlich anders.

Die Ausstellung „PENDORAN VINCI. Kunst und künstliche Intelligenz heute“, die an diesem Wochenende eröffnete, präsentiert internationale künstlerische Positionen, die die aktuellen Entwicklungen künstlicher Intelligenz untersuchen. Im Ankündigungstext heißt es:

„Künstliche Intelligenz (KI) bestimmt einen Großteil unseres täglichen Lebens. Wir sprechen mit Siri, Alexa oder Google, um uns nach dem Wetter zu erkundigen oder eine Nachricht zu versenden. Gesichtserkennungssysteme registrieren uns in sozialen Medien oder auf öffentlichen Plätzen. Humanoide Roboter begegnen uns in Hotel Lobbys oder in der Altenpflege. Wir sind längst umgeben von künstlicher Intelligenz. Sie generiert sogar Ausstellungstitel für uns.

Bisher dient künstliche Intelligenz vor allem dazu, unser Leben zu erleichtern. Sie assistiert und hilft uns, statt ein autonomes Individuum zu sein, wie die Science-Fiction-Androiden C-3PO in Star Wars oder Ava in dem Film Ex Machina (2015). Die Ausstellung „PENDORAN VINCI. Kunst und künstliche Intelligenz heute“ beleuchtet die aktuellen Entwicklungen von KI und fragt, wie sie unsere Gesellschaft mit formt und unser tägliches Leben beeinflusst. Die zeitgenössischen KünstlerInnen Nora Al-Badri & Jan Nikolai Nelles (DE), Jonas Blume (DE), Justine Emard (FR), Carla Gannis (US), Sofian Audry & Erin Gee (CAN), Liat Grayver (ISR/DE), Faith Holland (US), Tuomas A. Laitinen (FI) und William Latham (UK) untersuchen, wie Mensch und KI interagieren und welche Effekte KI auf unser Verhalten und unsere sozialen Strukturen hat. Sie hinterfragen, wie künstliche Intelligenz kreative Aufgaben wie das Erschaffen von Kunstwerken erfüllt, und sie entwickeln auch eigene künstlerische KI-Anwendungen.“

FAZ-Feuilleton-Redakteurin Ursula Scheer hatte die Ausstellung vorab besucht und resümiert: „Abgesehen davon, dass es der Ausstellung gutgetan hätte, wenn sie dem Besucher mehr Informationen darüber, was KI überhaupt ist und sein will, an die Hand gegeben hätte, ist der menschliche Blickwinkel der vielversprechendste Ansatz der vorgestellten Künstler: Es geht ihnen nicht um Systeme, die den Turing-Test bestehen könnten oder Kreativität im Autopilotmodus. Sie verwenden KI-Tools als Werkzeuge und arbeiten so an einem erweiterten Kunstbegriff, in dem Roboter beispielsweise als Berührungsvermittler agieren (wie in Tuomas A. Laitinens Videoarbeit „Receptor“) oder KI-Systeme an der Erschaffung eines digitalen Doppels des einst im Geniekult verherrlichten Ich arbeiten (wie in Jonas Blumes Arbeit „Predictive Biography“).“ (FAZ vom 6. Juni 2018)

Noch zu sehen bis zum 19. August im NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf; nrw-forum.de

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