Nachlese: die SuedKultur Music-Night fand zum siebten Mal statt

Thank you for the music!

Werner Pfeifers Hafenbande (Illustration: Siegfried Schreck)

Zum 7. Mal fand am passenden 7. Oktober 2017 die SuedKultur Music-Night statt. Und sie war für alle Beteiligten ein großes Fest der Musik! Ermüdungserscheinungen? Keine Spur.

Im Frühjahr wurde dieses Jahr von SuedKultur eigens das Motto „rock your region!“ ausgerufen und es hallte bis in die Music-Night nach. „Wir kommen allesamt direkt aus Harburg-City“, verkündete Marcus Genard vom ´Circus Genard` beim Konzert im Kulturcafé ´komm du` und schaffte mit minimalistischem Technikaufwand eine breite Palette an Reggae-Dub-Sounds in den Saal zu streuen. Ganz so nah musste es natürlich nicht überall sein und war es auch nicht. Im „Marias Ballroom“ etwa waren gleich zwei Bands eigens aus dem Ruhgebiet angereist und hatten teils auch ihren Fanpulk im Schlepptau. Passend zog das in Bochum ansässige Musikportal „Musikiathek“ Bilanz: „Vor der Bühne wurde fleißig getanzt, gesungen und mitgefeiert. Fazit: SuedKultur-MusicNights war ein toller grandioser Abend mit satten Sounds und toller Rockmusik! Gerne wieder!“ Okay, wir werden sehen, was wir tun können!

Trio Calamare (Foto: hl)

„Gerne wieder!“

Das lokale Nachrichtenportal „Harburg aktuell“ titulierte „Wow. Da war ordentlich Musik in der Nacht!“ und zitiert Fischhallen-Betreiber Werner Pfeifer: „Wahnsinn was hier los ist!“ Pfeifer selbst hatte mit seiner „Hafenbande“ den musikalischen Auftakt in der vergleichsweise neuen Location im Harburger Hafen gegeben. Anschließend spielten Nora Sänger mit Band und später Kate Louisa samt Band und das Haus war gerappelt voll. Standing Ovations beglückten denn auch die Sängerinnen. Nora Sänger schrieb auf ihrer Facebook-Seite: „Volles Haus, tolles Publikum, super Stimmung – es hat mir riesigen Spaß gemacht!“ Na denn.

„Begeisterte Stimmung!“

Auch das Trio Calamare hatte gute Startkonditionen in der „Stumpfen Ecke“ hinterm Rieckhof.  Denn Wirt Jan konnte schon vor Konzertbeginn niemanden mehr reinlassen – außer jemand kam auch wieder raus. Und so rockte und punkte sich die Hamburger Band durch eine hitzige, schwitzige und zugleich glückliche Meute. Zitat eines Herren auf den sanitären Anlagen: „Hier ist wenigst ordentliche Luft!“ Muss man auch erst mal hinbekommen.

Kate Louisa (Foto: W. Pfeifer)

Das Harburg-Portal „Besser im Blick“ titulierte „Begeisterte Stimmung!“ und traf vor Ort Joachim Bode von Eisenbahnbauverein, der von Anbeginn an die SuedKultur Music Night sponsert: „Ich freue mich, dass die neue Location Fischhalle so gut angenommen wird. Und in Marias Ballroom gab es dann ordentlich was auf die Ohren. Man hat viele Leute getroffen, die Locations waren voll, die Stimmung gut und die Leute waren begeistert.“ Für die Zukunft wünsche sich Bode, dass auch der Rieckhof wieder dabei ist. „Den haben wir vermisst.“ Der Eisenbahnbauverein werde auch in Zukunft die SuedKultur Music-Night unterstützen. Na, dann ist ja alles top!

Und so war auch manche Skepsis am Wochenende schnell verflogen. Heimo Rademaker etwa, der Betreiber vom Marias Ballroom, wird von „Harburg aktuell“ zitiert: „Um ehrlich zu sein hatten wir uns überlegt, ob wir überhaupt wieder mitmachen. Das neue Konzept hat aber gegriffen. Wir haben früher begonnen und auf junge Bands gesetzt.“ Also: keep cool, Heimo. Im Süden geht doch was!

Mowah (Foto: Jenny Dhaouadi)

Volles Haus vermeldeten auch das Stellwerk im Bahnhof Harburg, die Goethe-Schule Harburg, der Lämmertwieten-Pub The Old Dubliner, in denen die Irish-Rocker „Jack in the green“ ihr heißes Wunder erlebten. In der Kulturwerkstatt war „The Friday Club“ anzumerken, dass sie von der guten Stimmung regelrecht zu neuen Höhen angetörnt wurden. Und es ist nicht ganz ohne für die Bands: denn kaum glaubt man sein Publikum bändigen zu können, stellen manche Bands fest, es ist schon wieder neues da. So ist es eben bei einer Tour durch die Clubs!

Und so können auch wir SuedKulturler sagen: die Mühe hat sich wieder gelohnt. Glückliche Freunde des guten Tons, ebenso glückliche Musiker*innen und glücklich gestresste Clubbetreiber. Dafür tun wir´s ja alle! Danke an alle!

Und ja, war es nun halb voll oder halb leer das Glas? Halb voll, weil nach oben hin im Süden immer noch gutes Potenzial schlummert. Aber man muß es nicht erzwingen. Es kommt schon irgendwann ganz von alleine zum Vorschein. Halb leer, weil man wie immer einfach nicht alle Konzerte und Clubs  schaffen kann. So what. Nächstes Jahr vielleicht!

Hintergrund:

SuedKultur als loser aber nicht unwirksamer Zusammenschluss Kulturschaffender im Süden Hamburgs kam 2010 auf die Idee zur ersten SuedKultur Music-Night: Die wurde dann auch im Oktober 2011 erstmals Wirklichkeit. Die seinerzeitig noch erschienenen „Harburger Anzeigen & Nachrichten“ zitierte damals: „Das Angebot an Livemusik im Hamburger Süden ist bisher noch relativ bescheiden“, sagt Heiko Langanke vom Stellwerk. „Das werden wir ändern.“ Das war der Plan, der im Wesentlichen ja aufging. Dabei waren damals: der damalige Jazzclub im Stellwerk, die KulturWerkstatt, das Old Dubliner, Maria’s Ballroom, die Stumpfe Ecke, der Rieckhof – damals ausweichend im Audimax der TU Hamburg, da Brandschutzmaßnahmen damals den Rieckhof vorübergehend zur Baustelle machten – die Reihe „Musik im Gespräch“ (damals mit Ex-HAN-Redakteur und Kulturlegende Ernst Brennecke) und das Café Che an der Neuen Straße. Das Kulturcafé ´komm du` gab es damals noch ebenso wenig wie die Fischhalle oder die Bespielung des Treffpunkthauses in Heimfeld. Von Beginn an hatte der Dauersponsor Eisenbahnbauverein Harburg sich engagiert und so einen wesentlichen Mit-Verdienst an der guten Wahrnehmung der heutigen lebendigen Clubszene im Süden. Engagement, das sich für alle Seiten lohnt.

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