Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Schlussfolgerungen

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Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Ich denke manchmal klein und manchmal laut.

Mein Zweifel hat einen Sonderstatus und spielt mal die erste, mal die zweite Geige.

Ich nehme ihn ernsthaft in Schutz, denn er scheint vielerorts vom Aussterben bedroht. Viele Menschen kennen keine Zweifel mehr, sondern sind sich ihrer Sache auf allen Gebieten sicher. Vielleicht ein fataler Irrtum…

Wir bilden uns ständig eine Meinung auf der Grundlage unserer eiligen Schlüsse und hinterfragen selten die Quelle unseres vermeintlichen Wissens.

Beispielsweise vom Hörensagen. Shishabars stehen im Ruf, Geldwäschereien zu sein. Warum ist das so, und denken das auch alle von deutschen Banken? Oder nehmen wir dicke Autos. Mal implizieren sie beruflichen Erfolg, mal krumme Geschäfte mit krimineller Energie, je nachdem, wer im Wagen sitzt.

Wir sortieren auf den ersten Blick, wer oder was in welche Schublade gehört, und fragen uns selten, ob wir damit richtig liegen. Je häufiger wir den gleichen Gedanken hegen, desto wahrscheinlicher verwechseln wir ihn mit wirklichem Wissen.

Deshalb erscheinen mir Zweifel nicht immer fehl am Platze, sondern durchaus berechtigt. Sie mögen mich bei einer Beurteilung zwar verunsichern. Dafür erweitert es allerdings auch meinen Horizont um etliche Möglichkeiten, wenn ich nicht als gegeben erachte, was mir als erstes in den Sinn kommt, ein Vorurteil.

Stellen wir uns einfach häufiger eine Nachfrage. Ob dort, wo, Rauch ist, zwangsläufig auch Feuer sein muss oder viel Rauch um nichts? Oder anders mit den Worten von Heinz Erhard: „Glauben Sie nicht alles, was Sie denken.“

 

 

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