Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Sabotage

Grafik: Thomas Wolter / Pixabay

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. In der letzten Zeit macht sich der Zweifel immer breiter

 und bald habe ich selbst kaum noch Platz auf dem Sofa. Er ist gut im Futter, weil er sich so viele schlechte Nachrichten reinzieht, dass sich mein positives Denken in die Enge getrieben fühlt.

Überparteilich schütteln wir gemeinsam mit dem Kopf, wenn die psychologische Kriegsführung des rechten Randes einen weiteren Etappensieg davonträgt. Er sagt rechthaberisch: „Siehste, geht immer noch schlimmer!“ und ich denke, das darf nicht wahr sein!

Hat sich die Demokratie blamiert oder ihre Vertreter, oder wurden sie mit Absicht vorgeführt? Aus Überzeugung macht sich die Mitte handlungsunfähig, bravo. Weder links noch rechts geben sie auch nur einen Millimeter nach, das nenne ich konsequent. Mal sehen, wie lange sie sich offiziell diesen Luxus leisten.

Mein Zweifel sorgt sich, ob sich gefährliches Gedankengut langfristig nicht trotz aller öffentlichen Abgrenzung den Weg in die Mitte bahnt, damit die Volksparteien keine weiteren Stimmverluste zu befürchten haben – an jene, die sie für unwählbar halten.

Und nun zieht sich als Konsequenz aus dem ThürRINGEN um die Macht AKK zurück, um „den Prozess besser steuern zu können“, wie auch immer das zu verstehen ist. Jedenfalls bringt sich augenblicklich Merz Spezial & Co. in Stellung. 2:0 für wen?

Ist die Demokratie als System wirklich unschlagbar, oder kann man sie mit ihren eigenen Mitteln austricksen? Perfide Pläne haben die Angewohnheit, perfide genug zu sein, dass manche Rechnung aufgeht, obwohl von vorne bis hinten etwas nicht zu stimmen scheint. Twitter-Star Trump ist ein gutes Beispiel dafür, mit welchen Machenschaften man ins Amt kommen und trotz aller Proteste an den Hebeln der Macht festhalten kann.

Ich rücke auf dem Sofa haltsuchend noch dichter an die Lehne und denke dabei trotzig: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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