von Praunheims beim „discourse of the drinkers“ in Harburg

Rosa kommt!

Szene aus "Stadt der verlorenen Seelen" von Rosa von Praunheim

Der deutsche Filmregisseur, Autor und Bildende Künstler Rosa von Praunheim zählt zu den wichtigen Schwulenrechtsaktivisten im deutschsprachigen Raum. Nun kommt er in den Harburger Bahnhof.

Autor, Regisseur und Künstler Rosa von Praunheim  kann in seinen 50 Schaffensjahren mittlerweile über 150 Filme zu seinem Oeuvre zählen und ist bekannt, Tabus zu brechen und Themen in die Gesellschaft zu bringen. Wie ein innerer Auftrag: „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt.“

Von Praunheim über sich selbst: „Manche bezeichnen mich als den beliebtesten und manche als den unbeliebtesten schwulen Filmregisseur Deutschlands. Und dafür habe ich eine ganze Menge getan. Seit über 30 Jahren nerve ich nun die Nation mit meinen über 140 Filmen, endlosen Talkshows, vielen Büchern, Hörspielen und Theaterstücken. Hier findet ihr alle Infos zu meinen weltberühmten Filmen sowie auch kleine Geheimnisse aus den Abgründen meiner Seele.“

Nun hat ihn der Kunstverein im Bahnhof Harburg im Rahmen des Projektes „The Discourse of the Drinkers“ gewinnen können. Nicht nur der Film „Stadt der verlorenen Seelen“ von Praunheim (Buch und Regie) sind zu sehen, sondern Praunheim selbst wird zu Gast sein.

„Stadt der verlorenen Seelen“ (1983) ist eine low-budget Musical Satire, eine fiktionale Erzählung über das grelle Leben einer Gruppe amerikanischer Cabaret-Artisten, die in Berlin soziale Anerkennung suchen und eine Möglichkeit, ihre Kreativität voll auszuschöpfen.

Dieses Filmprogramm wurde zusammengestellt von Annika Larsson im Rahmen ihrer Ausstellung „The Discourse of the Drinkers“ und ihrem künstlerischen Forschungsprojekt „Non-knowledge, Laughter and the Moving Image“.

Rosa von Praunheims musicalhafter Versuch, eine Gruppe von in Berlin lebenden amerikanischen Transsexuellen und Transvestiten vorzustellen, indem er ihnen Raum für ihre pompöse und primadonnenhafte, obszöne und enttabuisierte Selbstbespiegelung läßt.

Zum Film: Angie Stardust hat eine Menge auf dem Teller und betreibt eine Pension namens Pension Stardust, die mit Untermietern gefüllt ist: ein erotisches Trapez-Duo, eine magische Gruppentherapeutin, verschiedene Layabouts, Nymphomaninnen und Lila (Jayne County), eine südländische Blondine, die von Hollywood träumt. Diese Mieter beschäftigen auch Angies Fast-Food-Unternehmen Burger Queen. Aber als Lila von einer Kommunistin erschüttert wird, die verspricht, sie zum Superstar im Ostberliner Fernsehen zu machen, kommt es zu einem echten Chaos. Rosa von Praunheim inszeniert diese meist amerikanische Besetzung in einem transmusikalischen Spektakel, das auch als „Hedwig und der böse Zoll … in umgekehrter Reihenfolge“ beschrieben wurde.

Das Projekt wird gefördert durch das Swedish Research Council in Zusammenarbeit mit RIA – Royal Institute of Art Stockholm und der HFBK- Hochschule für bildende Künste Hamburg.

Termin: Freitag, 23. Aug., 19h – Rosa von Praunheim: Die Stadt der verlorenen Seelen, im Kunstverein Harburger Bahnhof, über Gleis 4

 

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