Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Rassenwahn

Foto: niekverlaan / Pixabay

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Ich komme nicht zur Ruhe.

In meinem Kopf spuken die Toten von Halle und Hanau herum. Gefühle wie Betroffenheit und Trauer vereinnahmen mich und machen es mir schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Stattdessen assoziiere ich mit dem endlosen Kreisen Geier über einem Szenario, das ich mir nicht ausmalen mag.

Die Schrecken der Vergangenheit kommen aus ihren Verstecken gekrochen und werfen düstere Schatten voraus. Nach verbalen Angriffen folgen physische. Wie kann man den Strippenziehern das grobe Handwerk legen und wie dem wachsenden Hass den Nährboden entziehen?

Auf der Suche nach einer nicht einfachen Lösung werde ich scharf nachdenken müssen. Doch dabei werde ich immer wieder von Schüssen aus meinen Gedanken gerissen.

Doch wenigstens soweit bin ich schon: Wenn die Schlacht schon bei der Sprache beginnt, müssen wir die richtigen Worte für eine gute Antwort finden. Es gibt sie gewiss. Es muss sie geben! Wenigstens ein klares und deutliches NEIN! Wir lassen das nicht zu!

Mich würde ganz ehrlich mal interessieren, was (deutsche) Rassisten zu der Überzeugung bringt, ihre Art wäre überlegen. Wenn Deutschland das Land der Dichter und Denker ist, passen Rechtsradikale am wenigsten ins Bild. Wenn unkultiviertes Benehmen und Tritte gegen Grundgesetze deren Visitenkarte für Deutschland ist, möchte ich bitte Ausländerin werden.

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