Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Neumodisch

Foto: DerSpecht.de

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Ich mache mir Gedanken über die Mode. Betrachten wir es unter subjektiven und kulturellen Gesichtspunkten.

Mann trägt das Beinkleid derzeit mit vielerlei Gucklöchern und zeigt dabei mehr Behaarung, als mir lieb ist. Der verschlissene Look war gestern, heute sind zerfetzte Hosen der letzte Schrei. In der Mode gibt es viel zu sehen, wovor ich persönlich lieber die Augen verschließe. Aber ich bin ja nicht der Maßstab, sondern eher oldfashioned. Ich mag weder heruntergezogene Jeans leiden noch ist die Aussicht auf Unterwäsche nach meinem Geschmack.

Im Zuge der Gleichberechtigung ist es zwar recht und billig, wenn Männer auch mehr Fleischschau machen, aber wirklich schön schaut es nicht immer aus, wenn man mich fragt. Mich fragt allerdings keiner und so werde ich wohl zumindest eine Weile mit Scheuklappen herumlaufen. Solange, bis ein anderer Trend kommt – oder keine Haare mehr aus Öffnungen quellen. Bei letzterer Vorstellung geriete ich jedoch vermutlich in einen Interessenkonflikt, denn glatte Männerbeine finde ich extrem merkwürdig. Überhaupt finde ich den ganzen Körperkult inklusive Haarentfernung alles andere als schön. Tja, so ist das eben, wenn man älter wird, es fehlt einfach an modischem Verständnis.

Ich fühle mich ein wenig altbacken inmitten der zerlöcherten Hosen. Trendy-teure Markenkleidung, die sich dadurch auszeichnet, dass sie absichtlich abgerissen aussieht. In mühevoller Handarbeit abgewetzt und durchgescheuert, in Bangladesh oder sonstwo.

Kleider machen Leute. Welches Statement verkörpert dieser Style? Dass wir Lumpen sind? Oder dass das System marode ist?

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