Hildegard und Horst Röder Stiftung und Stiftung Kulturglück stellen 350.000 Euro bereit

Neuer Fonds für kulturelle Inklusionsprojekte

Nix los weil man alt wird? Das will der neue Fonds "Kultur für alle" ändern. (Foto: Free-Photos / Pixabay)

Die „Hildegard und Horst Röder-Stiftung“ und die Stiftung „Kulturglück“ haben jetzt in Kooperation mit der Behörde für Kultur und Medien den Fonds „Kultur für alle!“ mit erst einmal 350.000,- € Kapital ins Leben gerufen.

Zunächst für den Zeitraum von 2022 bis 2026 sollen mit dem Fonds Projekte gefördert werden, mit denen Hamburgerinnen und Hamburgern mit einer körperlichen, seelischen oder kognitiven Behinderung, einer Sinnesbeeinträchtigung oder einer demenziellen Erkrankung der Zugang zur Kultur ermöglicht beziehungsweise erleichtert wird. Mit einem jährlichen Volumen von 70.000 Euro und dem Gesamtvolumen von insgesamt 350.000 Euro über die Laufzeit von fünf Jahren sollen sowohl strukturbildende Vorhaben unterstützt werden, die den langfristigen Erfolg des Projektes garantieren, als auch ganz praktische Ideen, mit denen allen der Zugang zur Kultur ermöglicht wird. Unterstützt wird das Projekt von Fernsehmoderator und Schirmherr der Stiftung Kulturglück Ingo Zamperoni.

Der Fonds richtet sich an unterschiedlichste Zielgruppen, um ihnen den Weg in die Kultureinrichtungen zu bahnen und hierbei tatsächliche oder auch gefühlte Barrieren abzubauen. So sollen sowohl Kulturprojekte für Seniorinnen und Senioren finanziell unterstützt werden, als auch solche für Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Quartieren. Der Fonds wendet sich zudem an (vor allem ältere) Hamburgerinnen und Hamburger, die aufgrund von Einsamkeit, Zurückgezogenheit und finanzieller Not bisher wenig Kontakt mit kulturellen Angeboten hatten.

Ziel des Fonds ist es, mithilfe der geförderten Projekte die Teilhabe der genannten Zielgruppen an kulturellen Angeboten aller Sparten erkennbar zu erhöhen und diese stärker in den Kulturbetrieb einzubinden. Das soll unter anderem durch die Förderung von Projekten geschehen, welche den Zugang zu Beschäftigung und Qualifizierung im kulturellen Sektor ermöglichen, den Aufbau eines Pools von Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittlern mit einer Beeinträchtigung unterstützen und den Abbau von Barrieren beim Zugang zu Kultureinrichtungen beschleunigen.

Die Projekte können von Künstlerinnen und Künstlern, Kultureinrichtungen oder auch Initiativen und Einzelpersonen eingereicht werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit dem Fonds ‚Kultur für alle!‘ können wir endlich eine Lücke in der kulturellen Förderlandschaft schließen. Noch immer sind viele Hamburgerinnen und Hamburger zum Beispiel auf Grund einer Behinderung oder Sinnesbeeinträchtigung von der kulturellen Teilhabe ausgeschlossen. Der Fonds ist offen für alle Ideen und Initiativen, die dazu geeignet sind, diese Hindernisse abzubauen und Kultur für alle zugänglich zu machen. Unser Ziel sollte es sein, sowohl im Publikum als auch im Kulturbetrieb eine größere Diversität zu erreichen, um so allen die Teilhabe am kulturellen Austausch zu ermöglichen. Der Fonds ‚Kultur für alle!‘ bringt uns durch die großzügige Förderung der Hildegard und Horst Röder Stiftung und der Stiftung Kulturglück diesem Ziel näher. Ich freue mich auf die kommende Zusammenarbeit und bedanke mich herzlich für ihr großes Engagement.“

Katja Krupke, Geschäftsführerin der Hildegard und Horst Röder-Stiftung: „Seit fast drei Jahrzehnten unterstützt unsere Stiftung vor allem Seniorinnen und Senioren, aber auch Menschen mit körperlichen, seelischen und kognitiven Einschränkungen sowie sozial Benachteiligte dabei, einen Weg aus der Einsamkeit zu finden, um wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Wir wollen mit dem ‚Kultur für alle!‘-Fonds das Thema Inklusion in Hamburg noch einmal stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken und freuen uns auf großartige Ideen! Denn die gibt es in dieser Stadt zuhauf – manchmal benötigen sie einfach ein wenig Starthilfe. Und die wollen wir leisten.“

Nicola Verstl, Vorstand der Stiftung Kulturglück: „Kultur für alle in Hamburg ist seit Gründung der Stiftung Kulturglück unser Ziel. Mit dem ‚Kultur für alle‘-Fonds für inklusive Projekte geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, um mittel- und langfristig den Weg frei zu machen für innovative Ideen und Konzepte, wie Menschen mit Unterstützungsbedarf am kulturellen Leben in Hamburg teilnehmen können. Kultur zu erleben ermöglicht nicht nur individuelle Glücksmomente, sondern Kultur fungiert darüber hinaus als wichtige Säule unserer demokratischen Gesellschaft. Im kulturellen Austausch gelingen Kritik, Mahnung, Inspiration und Bereicherung gleichermaßen. Wir freuen uns, mit der Behörde für Kultur und Medien und der Röder-Stiftung in Hamburg gemeinsam diesen wegweisenden Fonds initiieren zu können.“

Unterstützt wird dieses Projekt auch von Fernsehmoderator Ingo Zamperoni, der sich als Schirmherr der Stiftung Kulturglück schon länger engagiert und sich für mehr Kultur in Hamburg einsetzt. „Dass Kultur für alle da ist und sein muss, klingt eigentlich nach einer Selbstverständlichkeit. Doch die Realität sieht leider anders aus. Zugangshürden gibt es zahlreiche – manchmal lähmt die eigene Einsamkeit, manchmal mangelt es an erforderlicher Unterstützung und manchmal fehlt schlicht das nötige Kleingeld. Möglichst vielen Menschen zu helfen, sie zu motivieren, sie zu begleiten auf einem leichteren Weg zu den unterschiedlichsten kulturellen Angeboten der Hansestadt Hamburg, das ist die Aufgabe des ‚Kultur für alle!‘-Fonds. Der Name ist Programm. Und ich freue mich, dass dieser Fonds nun dazu beiträgt, diese Aufgabe mit Leben zu füllen.“

Die Anträge können jeweils zum 1. Dezember 2021 und 1. Mai 2022 an die Behörde für Kultur und Medien, Referat inklusive Kulturprojekte, Hohe Bleichen 22, 20354 Hamburg  gestellt werden.

 

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