Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Neue Ordnung

Schöne, neue, digitale Welt: ob Fluch oder Segen ist noch nicht raus. (Ill.: geralt/pixabay)

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Ich denke viel über Strukturwandel nach.

Die Zeiten ändern sich. Das war schon immer so, aber noch nie so schnell. Durch die Digitalisierung wird möglicherweise kein Stein auf dem anderen bleiben. Sie wird nicht nur den Alltag und das Berufsleben umkrempeln, sondern auch die Gesellschaft und uns selbst verändern.

Ob die alte, vornehmlich hierarchische Ordnung zukunftsfähig ist, wage ich zu bezweifeln. Der Trend geht zu mehr Bürgerbeteiligung und agiler Führung, d. h. es wird nur ein Ordnungsrahmen gesetzt, der Rest ist selbst zu organisieren. Nicht nur fachliche, sondern auch soziale Kompetenzen werden gefragt sein, um gute Lösungen für alle Herausforderungen zu finden.

Die größte scheint mir dabei zu sein, auch all jene mitzunehmen, die weniger haben oder schwächer sind. Mittel und Wege zu finden, um für einen Ausgleich zu sorgen zwischen denen da oben, jenen da unten und der schwankenden Mitte. Grundsicherung, Teilhabe und Gleichberechtigung zum Erhalt des inneren Friedens und der menschlichen Würde, die eigentlich gemäß Artikel 1 (!) unseres Grundgesetzes unantastbar sein soll. Es steht zwar geschrieben, doch Papier ist geduldig. Ich bin es nicht.

Bis zu einem bedingungslosen Grundeinkommen mag es beispielsweise noch ein wenig dauern, aber ich hoffe, ich darf das noch erleben. Bis dahin sollten wir uns unabhängig davon schon mal umsehen, neu orientieren und anfangen, uns dort zu engagieren, wo es für uns Sinn macht. Wenn wir uns selber auf den Weg machen, können wir uns schon heute darum kümmern, dass das Leben morgen vielleicht leichter und angenehmer wird. Mit regionalen Partnerschaften und kollektivem Einsatz.

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