Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Nachlese zum Wahldebakel

Empfänglich fürs Volk ... (Foto: 6568315 / Pixabay)

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Nach der Wahl ist vor der Wahl, denke ich …

und frage mich, ob mir bei meiner letzten Kolumne Denkfehler unterlaufen waren oder ich mich einfach nur schlampig ausgedrückt hatte, denn ich kam anschließend ein wenig in Erklärungsnot.

Als sich mein Zweifel zu Wort gemeldet hatte, wählte er irritierende Vokabeln wie “Meinungsmache”, “Propagandaminister” und “Fake”, die einen bitteren Beigeschmack haben und provozieren.

Sie bezogen sich allerdings nicht unmittelbar auf Rezo, sondern vielmehr auf den Vorbildcharakter seiner Aktion. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass sich einige das sehr genau anschauen werden, um daraus zu lernen und für ihre eigenen Zwecke einzusetzen.

Ich malte mir schlichtweg aus, in welche Richtung zukünftig die Post abgehen könnte und dabei heraus kam ein Gruselkabinett. “Was wäre wenn?”, fragte ich mich nämlich trotz meiner Sympathie für Rezo’s Anliegen. Was wäre, wenn jemand anderes so werbewirksam für eine andere Zielgruppe spricht, der Politik Versagen vorwirft und andere Zahlen und Fakten ins Feld führt? Wie viel außerparlamentarische Opposition am PC hält unser System aus? Ich dachte nicht nur über Chancen moderner Kommunikationstechnik nach, sondern erwog auch Risiken und Nebenwirkungen. Was dann kam, hatte ich allerdings nicht gedacht: Regulierung von Meinungsäußerungen.

Welch fragwürdiges Geburtstagsgeschenk für das Grundgesetz von einer Volksvertreterin. Die Dynamik, die in diesem Debakel steckt, macht mich umso nachdenklicher. Da prallen Welten aufeinander… hoffentlich nicht zum Totalschaden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

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