EU-Förderprogramm „Kreatives Europa“ könnte ersten Einsparungen zum Opfer fallen

Nach dem Brexit kommt das große Sparen

Noch kein Brexit in Sicht, aber bei der Kultur will die EU schon mal sparen ... (Foto: geralt / pixabay)

Mit dem Brexit wird ein Beitragszahler in der EU fehlen. Und es ist zu erwarten, dass nicht umgeschichtet, sondern eingespart wird. Und wo? Kultur. Geht ja immer. Noch kann gegengehalten werden …

Die Beauftrage der Bundesregierung für Medien und Kultur, Monika Grütters (CDU), ließ nun einen Aufruf versenden. Nicht zum Protest. Das wäre wohl nicht zunftgemäß. Aber man möge sich doch an einer Umfrage beteiligen. Ob das was bringt …?

In dem Aufruf heißt es:

„Das EU-Förderprogramm „Kreatives Europa“, in dem seit 2014 die Programme Kultur, MEDIA und MEDIA Mundus zusammengefasst und um das Instrument des Garantiefonds für die Kultur- und Kreativbranche ergänzt sind, läuft Ende 2020 aus. Die Europäische Kommission arbeitet derzeit am Entwurf für ein Folgeprogramm. Voraussetzung für eine Fortführung des Programmes ist, dass in den Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen ab 2021 Mittel für „Kreatives Europa“ bereitgestellt wer- den.

Vor dem Hintergrund der mit dem Brexit zu erwartenden empfindlichen Einschnitte im EU-Haushalt werden auf europäischer Ebene sämtliche Förderprogramme auf den Prüfstand gestellt. Ziel der Europäischen Kommission ist es, sich zukünftig auf diejenigen Programme zu konzentrieren, die die vorrangigen politischen Herausforderungen effektiv und zukunftsgerichtet adressieren.

Die EU-Kommission führt dazu bis zum 8. März 2018 eine öffentliche Konsultation zur Zukunft der Förderinstrumente im Bereich Mobilität und Werte und damit auch zur Zukunft des Programms „Kreatives Europa“ ab 2021 durch. Die Umfrage richtet sich sowohl an Einzelpersonen, als auch an Unternehmen und Institutionen und ist unter folgendem Link abrufbar: ec.europa.eu/info

Mithilfe des im Link enthaltenen kurzen Fragebogens (15-20 Min.) soll die Bedeutung der Programme für spezifische politische Herausforderungen, ihre Effektivität und ihr europäischen Mehrwert bewertet werden. Es können außerdem Änderungs-vorschläge gemacht und eigene Stellungnahmen (max. 1 MB) hochgeladen werden.

Aus Sicht der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ist das Programm „Kreatives Europa“ von großer Bedeutung für den Kultur- und Kreativsektor. Sein Schwerpunkt liegt in der Förderung der kulturellen Vielfalt und des kulturellen Erbes in Europa und der Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Kultur- und Kreativbranche. Es trägt aber auch zur Förderung einer europäischen Identi-tät und zur Bildung gemeinsamer Werte bei. Ebenso werden neben Mobilität und Kompetenzbildung auch Innovation und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefördert.

Wir rufen daher alle Akteure dazu auf, sich in möglichst großer Zahl an dieser wichtigen Umfrage zu beteiligen. Sie ist ein wesentlicher Baustein für die Überlegungen zur Zukunft des Programms „Kreatives Europa“. Bitte leiten Sie die Informationen über die Umfrage auch an andere geeignete Akteure weiter, um eine möglichst breite Teilnahme der Bereiche Kultur, Film und Kreativwirtschaft zu erreichen.

Berlin, den 22.02.2018“

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