Landesmusikrat will stärkere Einbeziehung in Heilverfahren

Musik gegen Demenz

Drumming against the demenz (Foto: AmandaArnason / Pixabay)

Musik verbessert die Lebensqualität von demenziell Erkrankten und fördert deren soziale Teilhabe. Das wurde auf der Fachtagung „Musik und Demenz – Musik für mehr Lebensqualität bei Demenz – zwischen Therapie und kultureller Teilhabe“ des Landesmusikrates Hamburg, die am 25. und 26. Oktober im Albertinen Haus – Zentrum für Geriatrie und Gerontologie in Hamburg deutlich.

In einem „HAMBURGER APPELL“ haben die rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses die Verantwortlichen in Politik und bei Kostenträgern dazu aufgerufen, entsprechende Ressourcen für die stärkere Einbeziehung von Musik in die Versorgung und Unterstützung von demenziell Erkrankten zur Verfügung zu stellen.

Bereits heute sind bundesweit laut Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft rund 1,7 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Zahlreiche Studien, Projekte und Praxiserfahrungen zeigen, dass in der Interaktion und Kommunikation mit demenziell beeinträchtigten Menschen musiktherapeutische und -päd­agogische Angebote sowie aktives Musizieren und Singen wesentlich dazu beitragen können, eine stärkere Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben zu ermöglichen. Auch in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung können Symptome der Demenz durch Musik positiv beeinflusst oder gar gemildert werden. Die Betroffenen ebenso wie Pflegende und Angehörige nehmen in der Folge ein Mehr an Lebensqualität wahr. Für Angehörige und für professionell Pflegende und Betreuende bedeutet das Erleichterung und Entlastung ihrer Arbeit bzw. ihres Umgangs mit den Betroffenen. Nicht zuletzt erschließen sich so zusätzliche kommu­nikative Zugänge und Möglichkeiten der Interaktion zu und mit Menschen mit Demenz.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung appellierten an die Gesundheits-und Gesellschaftspolitik sowie die Kranken-und Pflegekassen, die Möglichkeiten der Behandlung und Unterstützung demenziell Erkrankter durch eine stärkere Berücksichtigung musiktherapeutischer und -pädagogischer An­gebote zu erweitern. Dieses betrifft sowohl die Versorgung von an Demenz Erkrankten in der ambulanten und stationären Pflege wie auch in den Kliniken und setzt die Finanzierung einer ausreichenden Anzahl von Musiktherapeuten und –pädagogen voraus. Zudem sollte das Thema Musik und Demenz integraler Bestandteil der Aus-Fort und Weiterbildung von Fachkräften werden. Weiterhin plädierten die Kon­gressteilnehmerinnen und -teilnehmer dafür, die Forschung hinsichtlich der Wirkung musikbezogener Inter­ventionen und Angebote in unterschiedlichen Stadien demenzieller Erkrankungen bzw. Beeinträchtigungen zu intensivieren und dafür öffentliche Mittel zur Verfügung zu stellen, da seitens der Arzneimittelhersteller hier kein Engagement zu erwarten sei.

Die Veranstaltung „Musik und Demenz“ wurde vom Landesmusikrat Hamburg durchgeführt und stand unter der Schirmherrschaft von Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. Die Tagungsleitung lag bei Norbert Gross vom Landesmusikrat Hamburg. Dr. med. Michael Musolf, Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Physikalische Medizin im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus, hatte die wissenschaftliche Lei­tung inne. Die Fachtagung wurde unter anderem von der Homann-Stiftung und der BARMER unterstützt.

Quelle: Landesmusikrat Hamburg e.V.

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