Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Motivation

Ganz schön .... kalt! (Foto: Sonja Alphonso)

Ich heiße Sophie und ich bin Denkerin.
Ich denke, es gibt keine bessere Motivation, als sich ein schönes und stimmiges Leben vorzustellen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich persönlich gehe erst einmal davon aus, dass ich nur diese eine Gelegenheit habe.
Es gab eine Zeit, da liebäugelte ich mit der vagen Möglichkeit, wiedergeboren zu werden, damit ich beim nächsten Mal alles richtig oder wenigstens besser machen kann. Doch wozu warten? Außerdem vergisst man voraussichtlich sowieso alles, was man sich für die kommende Existenz merken wollte.
Wenn nicht jetzt, wann dann? Diese Frage könnte von mir stammen, tut sie aber nicht. Ursprünglich wurde sie von x-Menschen schon vor mir gedacht – und die waren alle weise.
Jetzt gebe ich noch eine eigene Formulierung einer ebenfalls allgemein bekannten Weisheit zum Besten: Ich habe mich der Gegenwart verschrieben, weil das der einzig wirklich wahre Moment ist. Das erfordert ständige Achtsamkeit. Denn während die Zukunft einem Atemzug für Atemzug davon eilt, bleibt einem die Vergangenheit Schritt für Schritt auf den Fersen.
Ich kenne jemanden, der besitzt ein T-Shirt mit der Aufschrift „ZEITZEUGE“. Damit ist man eigentlich immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich will auch so eines haben.
Bei mir scheint die Uhr oft verrückt zu spielen: Mal rennt mir die Zeit davon und dann bleibt sie wieder stundenlang stehen. Zum Beispiel stand ich neulich über eine Viertelstunde an einer Tankstelle, um auf jemanden zu warten. In der ganzen Zeit hatten sich die Preise kein einziges Mal verändert!
Apropos Beständigkeit: Dialoge wie „Wie geht´s?“ – „Muss ja.“ werden wohl nie aussterben, dabei sind sie schon so uralt. Überhaupt sind Live-Gespräche in der Regel anfangs oft zäh oder bleiben gelegentlich in diesem Stadium stecken.
Das Wetter ist dabei ein bevorzugtes Thema, um zu einer gemeinsamen Haltung zu finden: es ist zu nass/ zu kalt/ zu warm/ zu schwül/ zu trocken/ zu windig/ zu wechselhaft/ zu langweilig…
Ich steuere jetzt auch nochmal etwas aus meinem Archiv zu diesem allseits beliebten Dauer-Thema bei: Ich fand, der April (2015) war der längste aller (Jahres-)Zeiten, denn er ging fast nahtlos in den Dezember über. Zwischendurch kam der Herbst, farbenfroh und strotzend vor Leucht-Kraft. Wäre er nicht gewesen, ich hätte den Wechsel der Jahreszeiten kaum bemerkt. Denn jetzt im Winter (2015) ist es vom Wetter her immer noch April, wobei es seinerzeit wenigstens schneite.
Fazit: Das Wetter ist beständiger wechselhaft denn je. Aber vielleicht ändert sich noch etwas daran – wegen des Klimawandels.
Aber zurück zum Hier und Jetzt und den aktuellen Hochs und Tiefs. Es ist zwecklos, über das Wetter von gestern zu jammern oder das von morgen zu spekulieren. Das Wetter findet auch ohne unsere Zustimmung statt und denkt sich allerhand Abwechslung aus. Alles, was wir tun können, ist der jeweiligen Wetterlage etwas abzugewinnen.

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