Mitte März startet Künstlerin Olivia Livera ungewöhnliches Projekt:

Mandela in der Apotheke

Poesie beim Glasbläser in der Koppel St. Georg. (Foto: PR)

„Darf´s noch was sein?“ fragt der Bäcker, „ja, bitte ein duftendes Gedicht“, entgegnen Sie. Unfug? Von wegen. Die „Läden der Poesie“ macht´s real.

Am Dienstag den 12.03. 2019 beginnt unter dem Motto Poesie der Welt in kleinen Läden ganz groß um 17 Uhr in Leichers Buchhandlung, Meyerstraße 1, in 21075 Hamburg-Heimfeld die diesjähriges LÄDEN DER POESIE-ALTER POSTWEG.
Initiatorin der dichterischen Aktion ist Viola Livera, die viele auch von der Theatergruppe „Die Delikaten“ kennen. „Wir präsentieren in Leichers Buchhandlung die englische Schriftstellerin Elizabeth Barrett-Browning, gehen danach weiter in die Kompass Apotheke, Gazertstraße 1, und lesen dort aus dem Werk von Nelson Mandela. Danach geht es in die HASPA-Filiale im Alter Postweg 29. Hier hören wir Gedichte von dem türkischen Dichter Nazim Hikmet. Zum Abschluß besuchen wir den Kulturladen „Alles wird schön“ e.V. in der Friedrich-Naumann-Straße 27. Alle Lesungen hören wir in Originalsprache und deutscher Übersetzung. Dazu gibt es landestypische Musik.“
Im Schlepptau hat sie Sprecher und Musiker wie Gregory James Hellenkamp, Dumisani Mabaso, Mete Güner, Ozan Direnc und eben Viola Livera.
Die Schauplätze der neuen Literaturreihe sind kleine Läden, Schuster, Friseur, Boutique, Goldschmiedeladen, Käseladen, Weinhandlung, Töpfer, Schneiderei, Kräuterladen usw.
„Unsere modernen Großstädte sind geprägt durch ihren multikulturellen Reichtum und ihrer Sprachenvielfalt. Diesen kulturellen Reichtum wollen wir in den Mittelpunkt stellen an Orten, die unseren Alltag prägen, in möglichen Begegnungen mit dem Nachbarn und dem Fremden. Es ist ein Reichtum der uns allen zur Verfügung steht“, so Livera

Es ist möglich mit dem türkischen Obstverkäufer über orientalische Literatur zu reden. Es ist möglich bei der Änderungsschneiderei über russische Märchen zu sprechen. Es ist möglich in der Boutique sich über französische Philosophen auszutauschen. „Wir haben bewußt diese kleinen Läden gewählt, in einer Zeit wo vieles nach Großem strebt und die Zeit manchmal zerhackt wird in Minuten, die man einsparen könnte. Und doch sind es diese Läden, die das Leben in unseren Straßen attraktiver machen, Oasen wo Zeit ist für scheinbar belanglose Fragen wie: „Wie geht es Ihnen?“ Die Literaten der Welt haben immer Worte gefunden für diese Städte und ihre Menschen. Es gehört viel Mut dazu heute ein kleines Geschäft aufzumachen und man braucht einen langen Atem um durchzuhalten. Genauso geht es vielen Künstlern unserer Stadt, die ihre Träume leben und doch manchmal nicht wissen, wovon sie morgen die Miete bezahlen sollen. Aber da gibt es etwas und das ist die Poesie, die kunstvoll die Sehnsüchte, die Hoffnungen, die verlorenen und wiedergefundenen Träume in Worte kleidet und das noch Fremde zu etwas macht, was eigen werden kann. Diese Worte finden sich in vielen Sprachen und manche Worte verleihen uns Flügel, schenken Trost und Kraft.
Die Literatur der Welt ist auch die Literatur unserer Großstädte geworden und die Sprachenvielfalt ein Spiegel unseres gemeinsamen kulturellen Reichtums. Die Poesie sei unsere gemeinsame Sprache. Sie ist die Urmutter der Literatur und manches poetische Wort Nahrung für unsere Seele.“

Termin: Dienstag, 12. März 2019 ab 17 Uhr von Leichers Buchhandlung, Meyerstraße 1, in 21075 Hamburg-Heimfeld

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