Kunstverein Harburger Bahnhof lädt zum Jubiläum ein

Kunstwerk Rollschuhbahn

Foto: Kunstverein Harburger Bahnhof

Vor 20 Jahren zog die Kunst in den Harburger Bahnhof ein. Nun wird gefiert und manche Harburger  dürften ihn überhaupt erst kennen lernen.

Die Bildende Kunst hat es oft schwer mit der Vermittlung ihrer Inhalte. Manchmal tut sie sich selbst aber auch schwer. So könnte man es auch beim Kunstverein Harburger Bahnhof beschreiben, der in diesen Taten sein bereits 20jähriges Jubiläum bestreitet und den viele Harburger bis heute kaum wahrgenommen haben oder gar kennen.

Dabei liegt es oft gar nicht an der Kunst selbst sondern an den kryptischen Darstellungen dessen, was zu sehen und zu erleben ist. Das ist auch nach 20 Jahren kaum anders und doch: ein Besuch lohnt sich allemal.

Es waren die Künstler Udo Dettmann und Rene Havekost, die seinerzeit das Unterfangen starteten, den ehemaligen Wartesaal des historischen Bahnhofs sinnvoll neu zu beleben und ihn der Bildenden Kunst zu öffnen. Wurde anfangs vor allem Malerei präsentiert, verschob sich unter den künstlerischen Leitungen von Wilhelm Figger, Nina Möntmann, Mathias Güntner und Ulla Lohmann der Inhalt zunehmend auf die Darstellung von Entwicklungen der Gegenwartskunst und themenbezogener Fragestellungen der künstlerischen Produktion.

Neben dem Ausstellungsprogramm finden heutzutage auch andere Veranstaltungsformate, wie Künstlergespräche, Workshops, Performances, Filmvorführungen und Konzerte, verstärkt Platz. Im Hinblick auf dieses Repertoire führt das Programm des Kunstvereins unterschiedliche Disziplinen wie Literatur, Tanz und Musik mit der Bildenden Kunst zusammen und hat sich damit ein ganz eigenes Profil verschafft.

Nun wird gefeiert und als Programm wird wie gewohnt spät und eben gleich für heute (Sa., 2. Nov.) das Jubiläumsprogramm vorgestellt.

 Sa, 2. November 2019, Beginn ab 14 Uhr

Wir feiern 20 Jahre Kunstverein Harburger Bahnhof!

Festakt mit Reden ab 19 Uhr / Celebration speeches from 7pm

anschließend Konzerte, Performances, DJ sets und Rollschuhlaufen bis in die Nacht

 

14 – 17 Uhr | Eton Fives Turnier

+ Präsentation der T-Shirt Edition: Fion Pellacini mit AddLabel

+ Gambling for Stamps by Magdalena Los & Pablo Schlumberger

+ Kaffee und Kuchen in der Bar Putti

Eton Fives wurde im 19. Jahrhundert an der Außenwand der Kapelle im Eton College erfunden und ist ein Rückschlagspiel, das in Zweier-Teams mit der bloßen Hand gegen die Wand einer verwinkelten Architektur gespielt wird. Die skulpturale Reproduktion eines Eton Fives Courts von Fion Pellacini ist als Teil unserer Ausstellung Hi Ventilation Deutschlands einziger Sportplatz dieser Art und beherbergte zunächst die Ausstellungsreihe Five in Fives. Am 2. November findet sie ihren sportlichen Höhepunkt in einem Eton Fives Turnier, das von Hamburger und eigens aus Großbritannien angereisten Sportlerinnen und Sportlern gemeinsam bestritten wird und den einwöchigen Eton Fives Workshop mit Curt Schmitt und dem seit 9 Jahren ungeschlagenen Eton Fives Weltmeister Seb Cooley in unserer Ausstellung beendet.

In Zusammenarbeit mit dem Hamburger AddLabel entsteht eine Eton Fives T-Shirt Edition von Fion Pellacini.

In einer Aktion von Magdalena Los & Pablo Schlumberger können außerdem während des Turniers durch Wetten weitere Stempel für die KVHBF Treuekarte erspielt werden, um die Chance auf tolle Gewinne zu steigern: Vom Freigetränk bis zur Kunstvereins-Mitgliedschaft über den „Trostpreis“: Eine Taschentuch-Edition der beiden Künstler.

17.30 – 18.30 Uhr | Künstlergespräch: Eli Sudbrack (assume vivid astro focus, São Paulo) im Gespräch mit Chloe Stead (Autorin, Kritikerin, Berlin)

Sprache: Englisch

Für die Ausstellung Hi Ventilation gestaltete das Künstlerkollektiv assume vivid astro focus (avaf) eine Rollschuhbahn, die als benutzbare Installation schon den ganzen Herbst über den Kunstverein in Bewegung hält. Eli Sudbrack und Chloe Stead sprechen über Partizipation, Bewegung, avafs weltweites Engagement für die LGBTQ Community und über Kollektivität.

 19 – 19.45 Uhr | Festakt mit Jubiläumsreden

Sprache: Deutsch

Wir freuen uns auf einen Rückblick und einen Ausblick zur Arbeit und Rolle des Kunstvereins Harburger Bahnhof, der am 2. November 1999 im ehemaligen Wartesaal der 1. & 2. Klassen des Bahnhofs Hamburg-Harburg gegründet wurde.

Es sprechen: Senator Dr. Carsten Brosda (Behörde für Kultur und Medien der Hansestadt Hamburg), René Havekost (Mitinitiator KVHBF im Jahr 1999), Britta Peters (ehem. Künstlerische Leiterin), Julia Sökeland & Dr. Lutz Hoffmann (Vorstand KVHBF)

 19.45 Uhr | Performance William Joys: Jack on the Track

In seinen Performances erweckt William Joys Objekte und Architekturen zum Leben, indem er sie personifiziert und ihnen durch seine besonderen Kostüme eine Stimme gibt. Für seine Performance schlüpft er in die Rolle eines Zuges auf den Gleisen, der die krisenhafte Geschichte von Jack on the Track erzählt.

 20-22 Uhr | DJ sets und Rollschuhlaufen:

DJ GRĀV JŌNZ (Paris) DJ  Booty Carrell (Hamburg)

Rollschuhausleihe in allen Größen von 30-48 vor Ort!

Zu den Sounds von GRĀV JŌNZ (Paris), der ein Teil von assume vivid astro focus ist und zu selten gehörten Titeln aus der Geschichte des Anadolou Pop, die Booty Carrell für uns auflegt, kommen wir gemeinsam ins Rollen!

22.30 Uhr | Performance Melissa E. Logan (Chicks on Speed): The Beat

The Beat ist eine Soundperformance und Choreografie auf Rollschuhen, die Melissa E. Logan eigens für diesen Abend und unsere Ausstellung entwickelt hat. Der Herzschlag des Rollschuhläufers Jo Quirin wird von Melissa E. Logan live zum Beat gemischt und durch die Musik von Heja Netirk (Stimme), Fast und Luca Solomon Sauerwein ergänzt.

 23.00 Uhr | Konzert One Mother, anschließend DJ Set von babyblue666

One Mother sind ein feministisches Kollektiv aus Hamburg um die Musikerinnen Preach, Natasha P. und babyblue666. Ihre Sounds sind geprägt von R’n’B, Rap und elektronischer Musik und werden den Raum mit ihrer Energie aufheizen.“

Quelle: http://kvhbf.de/

 

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