Nachruf auf die Harburger Künstlerin Anke de Vries

„Kunst kommt von Müssen!“

Anke de Vries bei einer ihrer Ausstellungen in Tiflis, Georgien 1990 (Foto: Archiv)

Anfang der Woche ereilte uns die Nachricht, dass die Harburger Künstlerin Anke de Vries (Jahrgang 1942) nach kurzem Krankenhausaufenthalt verstarb. Sie war für viele Harburger Künstler*innen Antreiberin und Urgestein zugleich. Wir trauern.

Foto: Archiv

Anke de Vries und ihr Ende 2018 verstorbener Mann und Kunstfotograf Theo Stenzel (siehe auch ´Tiefgang` „Ciao, Kellerdrucker!“) lebten und arbeiteten in Harburg-Eissendorf und luden bis 2017 regelmäßig ins Offene Atelier in der Dempwolffstraße. De Vries war Gründerin und bis zur Vereinsauflösung Anfang 2018 auch Mitglied der Künstlergruppe „kobalt – Kunst international e.V.“. Anfang der 1960 lebte und arbeitet sie in Paris auch an der Kunstzeitschrift ABC mit. Nach einer Mutterpause betrieb sie in Nizza eine Kunstschule und kehrte Anfang der 1970er Jahre nach Hamburg zurück. Sie engagierte sich emanzipatorisch bei der Gründung des 4. Hamburger Frauenhauses, der Künstlerinnengruppe „femok“ oder auch Anfang der 1980er Jahre bei der Gründung der Harburger Frauenkulturhauses in der Neuen Straße.  Neben unzähligen Ausstellungen in Hamburg aber auch bundesweit führte sie ihre Arbeit auch nach Georgien, Panama und Ecuador, Kenia, Russland, Vietnam, Armenien oder in den Kaukasus. Zuletzt unternahm sie nochmal eine Reise nach Tunesien.

Im Netzwerk SuedKultur der Harburger Kulturschaffenden brachte sie sich ebenso ein, wie sie sich bei der Gründung der 1. nicht-kommerziellen Artothek Hamburgs, der Harburger Kunstleihe einbrachte. Für ihre direkte und fordernde Art war sie ebenso bekannt und beliebt wie sie viele Künstlerinnen in ihrer Arbeit und ihrem Werdegang unterstützte. In ihrer künstlerischen Arbeit bevorzugte sie Techniken der Malerei, Grafik, Performance, Design aber auch  Illustration. Ein für sie typischer Satz lautete: „Kunst kommt nicht von Können. Kunst kommt von Müssen!“

Die Initiative SuedKultur und das Team der Kunstleihe Harburg werden ihrem Schaffen und ihrer Art stets verbunden bleiben und vermissen sie schon jetzt.

Für alles Danke, Anke!

 

Verwandte Beiträge

Druckansicht    

Facebook Kommentare