Ein nützlicher Ratgeber eines Anwalts nicht nur für künstlerisch Tätige:

KSK: Gute Sache – wenn man´s weiß

Wer die KSK verstehen will, sollte erst hier reingeschaut haben. (Grafik: S. Schnell)

400 Berufe fallen in den Bereich der Künstlersozialkasse. Warum oder auch nicht, versteht man nach dieser Lektüre besser.

Dieser Ratgeber hat es in sich und ist sein Geld wahrlich wert. Er ist vor allem für jeden von hohem Nutzen, die entweder die Aufnahme in die Künstlersozialkasse (KSK) andenken als auch jene, die bereits drin sind. Schon deshalb, weil die berufliche Tätigkeit sich immer mal wieder ändert, die Einkünfte schwanken und damit aber auch der Status in der KSK sich ändert oder gar verlustig geht.

Ebenso von Nutzen ist er aber auch für all jene, die in irgendeiner Form mit künstlerisch Tätigen zu tun haben: Veranstalter, Kursanbietende, Vereine oder auch Bandleader. Sie werden nämlich gerne zur Kasse gebeten, um einen Teil der Kranken-, Alters- und Pflegeversicherung mit zu tragen. Dabei ist es oft nicht die Summe, die ärgert, sondern  der Aufwand der Prüfungen.

Tipps mit Background

Der Ratgeber ist eben nicht nur Ratgeber im praktischen Sinne, sondern der Autor und auf KSK-Recht spezialisierte Anwalt Andri Jürgensen geht zum besseren Verständnis auf die Vorgeschichte der KSK ein. Eine gute Idee, die leider recht schlecht umgesetzt ist. Das Künstlersozialversicherungsgesetz ist nämlich in seiner Auslegung vor allem Sache der Sozialgerichte und der Bundesknappschaft, die die KSK „verwaltet“. Und der Zahn der Zeit gibt immer wieder Rätsel auf, was nun Kunst ist und was nicht. Und dabei ist nicht der kunsttheoretische Begriff gemeint, sondern rein hinsichtlich der Tätigkeit.

Ist Kunst Zweck oder Mittel?

Und gerade in Zeiten, in denen Kunst und Kultur gerne zu Zwecken der Inklusion oder Integration genutzt wird, fragt die KSK insbesondere, ob die Kunst und Kultur eher Zweck oder Mittel ist. Besser, wenn Auftragnehmende und Auftraggebende beiderseits informiert sind. Hiermit können sie es.

Der Ratgeber gibt alles, was nötig ist, um mit der KSK klarzukommen. Und für alle: vom A wie Akrobat über K wie Karnevalist bis Z wie Zeichner und Zauberer. Erkenntnis bringend und für 17,90 € eine gute Anschaffung.

Tipp: das Verständnis ist immer besser gewonnen, bevor man bereits in rechtliche Fragestellungen involviert ist. Heißt: erst lesen, dann handeln.

Und leicht verständlich ist er auch noch: RA Jürgensen.

Andri Jürgensen: Ratgeber Künstlersozialversicherung für selbständige Künstler und Publizisten, 3. Auflage 2012. 140 Seiten. Broschur. 24×17 cm. 17,90 €, Verlag Kunst Medien Recht. ISBN 978-3-937641-04-1

hier online bestellbar

(01. Jul. 2017, hl)

 

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