Dichter, Denker und Verleger Helmut Barthel bei der 4. SuedLese

Höchstmaß an Fantasie

Verläßt zur 4. SuedLese die Dichterstube: Helmut Barthel (Foto: Schattenblick)

Sie mögen Literatur, leben in Harburg und kennen Helmut Barthel nicht? Dann wird es Zeit – zur SuedLese zu gehen.

Helmut Barthel wurde 1951 in Hamburg geboren und schreibt seit seinem achten Lebensjahr. Sein beeindruckendes Werk umfasst heute weit mehr als 1000 Gedichte und zwei Serien von über 100 Kurzerzählungen über bedeutende Religionsstifter und Philosophen von der Antike bis in die Gegenwart. 2015 erschien der erste Teil seines Romans „Zauber kalt“, dem zwei weitere folgen sollen. Die beiden Bände „Dichterstube, Kehricht Band 1 und 2“ enthalten alle weiteren Gedichte verschiedenster Formate und Aphorismen, die in den fünf Büchern „Lyrik-Lesung“ noch nicht veröffentlicht wurden. Verbliebenes vom Feinsten!
Helmut Barthel arbeitet aber auch als Verleger und Chefredakteur des Schattenblick und ist Verfasser nachhaltiger Fachartikel in den Bereichen Politik, Kultur, Philosophie und Sport. Seine Leidenschaft gilt der deutschen Sprache, besonders in verdichteter Gestalt. Und der Ort an dem er bei der SuedLese liest, hat den Namen von ihm: „Komm du“.

Wir haben mal nachgefragt …

Tiefgang (TG): Du hast schon so viele Gedichte und Geschichten geschrieben, diverse Lyrik-Bände und anderes veröffentlicht. Liest du am liebsten aus den neuesten Werken bzw. nach welchen Kriterien triffst du deine Auswahl?

Helmut Barthel: Gerne treffe ich vor jeder Lesung eine grobe Vorauswahl der einzelnen Texte mit ebenso zufällig in Betracht gezogenen Themenschwerpunkten. Diesem Schema folgend fertige ich die entsprechenden Vortragslisten an, und spontane Abweichungen hängen dann vom jeweiligen Dialog mit dem Publikum ab.

TG: Worauf darf sich dein Publikum zur SuedLese 2019 freuen? Wirst du Auszüge aus der frisch veröffentlichten Fortsetzung von „Zauber kalt“ lesen?

Helmut Barthel: Aus dem zweiten Band von „Zauber kalt“ mit dem Untertitel „Die wilde Jagd“ werde ich bei dem nächsten Treffen ebenso auszugsweise vorlesen wie aus den beiden Prosa- und Lyrikbänden „Dichterstube – Kehricht“ Band 1 und 2. Natürlich habe ich darüber hinaus auch noch neue Gedichte im Gepäck. Alles übrige ist dann zu einem nicht geringen Teil den Wünschen der Zuhörer geschuldet.

TG: Worum geht es in dem Märchen für Erwachsene? Kannst du die Unwissenden kurz in die Geschichte einführen?

Helmut Barthel: In dem ersten Band von „Zauber kalt“ geht es vornehmlich um eine überraschende Konfrontation mit dem samischen Schamanismus anläßlich einer unerwarteten Reise in die Polarkreisregion Finnlands am Inari-See nahe der Stadt Inari im Jahre 1975. Die Erzählung der unter Märchen versammelten Beschreibungen jener Ereignisse, wie ich es bevorzugt habe, sie zu schildern, fordert doch schlußendlich ein Höchstmaß an Fantasie, wollte man ihnen denn folgen.

TG: Band 1 wartet mit geheimnisvoller Verwobenheit auf, was sich wohl im zweiten Teil „Die wilde Jagd“ fortsetzen dürfte. Sind die unglaublichen Erlebnisse erfunden oder vielleicht doch wahr? Gerade die Ungewissheit vermag die Leser/Zuhörer in den Bann zu ziehen. Ist dieser Effekt bewusst geplant und in Szene gesetzt oder bist du deiner Intuition gefolgt?

 Helmut Barthel:  Gerade dieser Frage war ich in der vorangegangenen Antwort aufs angemessenste bemüht, umfassend gerecht zu werden.

TG: Geschichten sind immer auch eine Einladung, sich gedanklich auf Neuland einzulassen, in Gefühlswelten versetzt zu werden oder selber Bilder zu empfangen. Gibt es ein Buch, das dich maßgeblich beeinflusst hat?

Helmut Barthel: Besonders beeindruckt haben mich in dieser Hinsicht die Erzählungen von Carlos Castaneda mit dem abenteuerlichen Entwurf seiner Welt der Neuen- und der Alten Seher, begünstigt durch die Tradition mexikanischer Ureinwohner, und seinem Versprechen auf uraltes toltekisches Erkenntnis- und Überlebenswissen.

TG: Welcher Part liegt dir mehr am Herzen, das Schreiben oder das Lesen?

Helmut Barthel: Wenn ich schreibe, dann nicht, ohne Gelesenes dabei zu reflektieren, und wenn ich lese, regt mich das manchmal auch zum Verfassen unterschiedlichster Texte an.

TG: Was würde Verlust von Sprache für dich bedeuten?

Helmut Barthel: Mit dem Verlust sprachlicher Kommunikationsfähigkeit würde ich mich vermutlich sehr auf meine schriftlichen Ausdruckmöglichkeiten verlegen.

TG: Noch eine letzte Frage, die nicht im Zusammenhang mit der Neuerscheinung „Die wilde Jagd“ aus der Trilogie steht. Beim Thema Lyrik winken leider viele ab, sowohl Verlage als auch Leser / Zuhörer. Welche Erfahrungen hast du diesbezüglich gemacht?

Helmut Barthel: Da habe ich in der Regel doch eher positive Erfahrungen gemacht. Vielleicht kommt das sehr auf die Gesprächspartner an.

TG: Wir bedanken uns ganz herzlich!

Termin: Helmut Barthel – Autorenlesung mit Gitarrenmusik von Stephen Foley

Do., 11. April um 20 Uhr im Kulturcafé Komm du, Buxethuder Str. 13, 21073 Hamburg

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso)

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