SuedKulturler gegen die kulturelle Abstinenz (1)

Harburg historisch

Harburgs Rathaus (Foto: Archiv Stadtmuseum Harburg)

Auch in Hamburgs Süden ist das kulturelle Leben weitestgehend zusammen gebrochen. Doch etliche Aktive der Initiative SuedKultur sorgen für Abhilfe. Heute: das Stadtmuseum Harburg.

Das Stadtmuseum Harburg bietet in den Zeiten kultureller Enthaltsamkeit ein neues digitalen Angebot: Auf der digitalen Plattform „Kultur-Routen-Harburg“ kann jeden Tag ein neues historisches Foto entdeckt werden

Harburg ist eine Entdeckung wert – auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Auf digitalem Wege können Interessierte seit kurzem mit der Web-App Kultur-Routen Harburg (www.kulturrouten-harburg.de) von zuhause aus einen historischen Streifzug durch Harburg machen. Jetzt hat das Stadtmuseum Harburg sein Angebot aus aktuellem Anlass noch erweitert: Von heute an wird jeden Tag ein neues Foto aus der umfangreichen stadtgeschichtlichen Sammlung hinzugefügt. Zu entdecken gibt es die fotografischen Kostbarkeiten mit kurzen Erläuterungen unter dem neuen Navigationspunkt „Bleiben Sie gesund!“. Die ausgewählten Fotos haben dabei besonderen Bezug zur aktuellen Situation mit ihren Versammlungsverboten und Ausgangsbeschränkungen: Sie zeigen fast menschenleere Straßen, Plätze und Räume in Harburg.

Die digitale Plattform „Kultur-Routen Harburg“ startete im Herbst 2019 mit einem multimedialen Rundgang, der von den Anfängen der einst selbständigen Stadt bis in die Gegenwart des südlichsten Hamburger Bezirkes führt. Die kostenlose Web-App ist auf mobilen Geräten und natürlich auch zu Hause am PC nutzbar. Alle Angebote sind attraktiv bebildert, so dass sich ein Ausflug an die geschichtsträchtigen Orte auch von der heimischen Couch aus lohnt.

Ganz aktuell hat das Museum die Web-App nun um eine neue Rubrik ergänzt: Unter dem Navigationspunkt „Bleiben Sie gesund!“ werden – passend zum Thema #bleibtzuhause und #bleibtgesund – ausgewählte historische Fotos von fast menschenleeren Straßen, Plätzen und Innenräumen in Harburg gezeigt. Die zeitgenössischen Fotografen haben diesen Zustand oft bewusst gesucht, um Ihre Motive, die Architektur eines Gebäudes oder Landschaften besonders zur Geltung zu bringen. Nun ähneln die Fotos auf paradoxe Art und Weise dem aktuellen Erleben des öffentlichen Raumes in Zeiten der Corona-Pandemie mit ihren Versammlungsverboten und Ausgangsbeschränkungen. 

01 – Donnerstag, 26. März 2020 – Bleib Zuhause!

Es geht doch nichts über freundliche Nachbarn. Das mag auch der Harburger Fotograf Kurt Foige gedacht haben, als er in den 1920er Jahren dieses Foto machte. Aus seiner Wohnung in der Heimfelder Straße 17 richtete er sein Objektiv auf die in den Jahren 1908 bis 1910 gebaute städtische Mädchenschule in der Woellmerstraße 1. Eine freundliche Nachbarin im dritten Stock des gegenüberliegenden Haus grüßte in diesem Augenblick lächelnd aus dem geöffneten Fenster.

02 – Freitag, 27. März 2020  – Leere Straßen

Am 16. Februar 1936 um 21 Uhr nutzte der Amateurfotograf August Meyer (1897 – 1978) die stimmungsvolle Beleuchtung in der Straße „Kleiner Schippsee“ für diese Aufnahme. Die moderne Leuchtreklame des „Kleiderstoffhauses“ Pozzoli illuminiert die abendliche Leere.

03 – Samstag, 28. März 2020- Leere Hallen

Vor 90 Jahren – am 8. Januar 1930 – wurde der heute als Friedrich-Ebert-Gymnasium bekannte Gebäudekomplex eingeweiht. Mit der Friedrich-Ebert-Halle erhielt Harburg-Wilhelmsburg eine hochmoderne und multifunktionale Veranstaltungshalle.

04 – Sonntag, 29. März 2020 – Leere Kirchen

Im Jahr 1906 fotografiert Carl Timm den leeren Innenraum der Harburger Dreifaltigkeitskirche. Seine Aufnahmen gehören zu den wenigen bildlichen Zeugnissen des Kirchenschiffes und seiner ursprünglichen Ausstattung. Die Dreifaltigkeitskirche wurde 1944 bei einem Luftangriff zerstört.

Das Museum wünscht allen digitalen Besuchern, dass sie sich bald wieder gemeinsam an der frischen Luft auf Entdeckungstour machen können.

 

 Weitere Infos: www.kulturrouten-harburg.de; www.amh.de

 

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