Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Grundsätzlich

Foto: Iloorraa / Pixabay

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Aus verschiedenen Gründen denke ich manchmal, dass ich ganz schön blöd bin.

Zum Beispiel, wenn ich mir zu viel Mühe gebe mit Dingen, nach denen kein Hahn kräht. Jede freie Minute verbringe ich mit diensteifrigen Gedanken.

Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche, denke ich dann und spinne den Gedanken weiter: Wenn das so ist, liegt es möglicherweise in der Natur des Menschen, sich beschäftigen zu wollen, vorzugsweise sinnvoll. Langeweile kennen die meisten nicht – und wenn doch, dann finden sie sie öde. Neben dem Antrieb, etwas machen und erleben zu wollen, wünschen wir uns Essen, Trinken, ein Dach über dem Kopf und Zeit für Freunde und Familie.

Wenn ich all diese Dinge in einen Mixer stecken würde, käme eine cremige Mischung heraus, die nach bedingungslosem Grundeinkommen aussieht und ganz nach meinem Geschmack wäre. Ich würde Denkerin bleiben, aber es nicht dabei belassen, sondern freiwillig gute Taten folgen lassen, zum Wohle der Umwelt und der Menschlichkeit. Meine Arbeit würde mir besser passen, denn sie wäre maßgeschneidert.

Ich habe das schon oft gedacht, aber in Zeiten wie diesen wird es offensichtlich, dass manche Menschen es trotz ihrer gesellschaftlich relevanten Tätigkeit wirklich schwer haben, ihre Existenz zu sichern. Arbeit und Gemeinwohl sollten ganz neu bewertet werden. Wenn es Hausarrest braucht, um sich auf Werte wie Rücksicht und Solidarität zu besinnen, soll es mir recht sein.

 

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