Nachlese zur Ausstellung „Gemalte Freiheit“ in der 3falt:

Grundrechte sorgten für volles Haus

Die mit der Initiatorin nicht verwandten Andrea und Lena Hinrichs nahmen es mit ihrem Fotoprojekt mal wörtlich: „Ich steh (dr)auf!“ - auf dem Grundgesetz ...(Foto: Rike Reichert)

70 Jahre Grundgesetz – was sagt uns das gerade in diesen Zeiten? Workshops und eine Ausstellung in Harburg zeigten: noch ist nichts verloren.

In der Pressemitteilung des Bezirksamtes Harburg heißt es:

„Am 23. September hat das Projekt „Gemalte Freiheit“ dem Publikum in der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche erstmals seine Werke gezeigt. Trotz Regen, verkaufsoffenem Sonntag und vielen alternativen Angeboten in Harburg, besuchten rund 160 Besucherinnen und Besucher die Ausstellung in der 3falt.

Alle Harburgerinnen und Harburger, besonders solche in schwierigen Lebenslagen, waren aufgerufen sich an diesem Kunstprojekt zu beteiligen. Die Aufgabe: Einen ganz persönlichen Blick auf das Grundgesetz künstlerisch darzustellen.

Für den musikalischen Rahmen der Ausstellung sorgte Rike Reichert mit selbst komponierter Musik zum Grundgesetz. Die Vielfalt der Kunstwerke reichte beispielsweise von einer deutsch-arabischen Live-Performance, über einen Patchwork-Wandteppich der Flüchtlingsgruppe „Komm wir nähen“, bis hin zum interaktiven Fotoprojekt „Ich steh (dr)auf!“ von Andrea und Lena Hinrichs.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: www.grundrechtekreativ.de

Das Projekt „Gemalte Freiheit“ unter der Leitung der Kunsttherapeutin Ulrike Hinrichs wird unterstützt und gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg, den Lokalen Partnerschaften Harburg sowie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Bezirksamt Harburg.“

Quelle: www.hamburg.de/harburg

Ulrike Hinrichs führt ins Thema ein. (Foto: Olaf Shröder)

Und so beschreibt die Initiatorin Ulrike Hinrichs ihre Eindrücke:

Die Botschaft des Projekts ist über die Kunst angekommen, das hat mich sehr fasziniert. Das war ja ein Experiment und bei Experimenten weiß man nie, ob sie auch wirklich funktionieren. Wir haben tolle Rückmeldungen von den Besuchern bekommen. Das interaktive Fotoprojekt von Andrea und Lena Hinrichs „Steh (dr)auf!“ fasst unsere Botschaft wunderbar zusammen. Viele haben sich diesem Bekenntnis vor Ort angeschlossen und sich fotografieren lassen. Auch unsere Sozialdezernentin Frau Dr. Jobmann, die ebenso wie der stellvertretende Direktor der Landeszentrale Herr Dr. Hüttmann ein berührendes Grußwort gehalten haben, war sehr angetan von der Ausstellung. Das ehemalige Kirchenschiff hatte auch seinen ganz besonderen Charme dabei. Besonders gut kam beim Publikum auch der Dialog mit den Künstler und Künstlerinnen an. Das freut mich auch sehr. Und ja, einiges hat auch nicht geklappt, aber Perfektion ist bekanntlich der Feind von Kreativität und Mut. So haben uns aufgrund des Besucherandrangs, mit dem wir in diesem Ausmaß nicht gerechnet hatten, mangels mobilem Mikrofon bei den Ansprachen nicht alle bis in die letzte Reihe verstanden. Aber Worte waren bei dieser Ausstellung auch eher unwichtig, gezählt hat die Sprache der Kunst.“  

Reges Interesse an den Grundrechten … (Foto: Rike Reichert)

Zur Projektidee: 

„Unser Grundgesetz repräsentiert unsere gesellschaftlichen Grundwerte. Sie sind ein großer Schatz, den es gerade in Zeiten starker gesellschaftlicher Spannungen mit polarisierenden Wertekonflikten zu hüten gilt. Zahlreiche Menschen fühlen sich nicht mehr gehört und sind demokratieverdrossen. Wir nähern uns den Grundrechten künstlerisch. Der künstlerische Ausdruck verdichtet und versubjektiviert ein normiertes Wertesystem. Die Kunst schafft und respektiert Vielfalt. Wir begegnen uns und kommen in einen kreativen Dialog. Das Projekt greift damit die Idee des Harburger Leitbilds „Zusammenleben in Vielfalt“ auf und knüpft an das Projekt grundrechte_kreativ an, das wir in 2017 gestartet haben.“

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