Multikulturelles Konzerterlebnis in der Kunststätte Bossard:

“Fremd bin ich eingezogen …”

Sind auf Winterreise in Jesteburg: Christian Lange, Friederike Sieber, Waheed Safdari, Yusef Amiri, Mohammed Alalie, Cornelia Salje, Yacoub Yahiya (v.l.). (Foto: Bossard)

Vor mehr als 190 Jahren schufen Wilhelm Müller und Franz Schubert den Liederzyklus „Winterreise“. Lieder der Düsternis und Einsamkeit. Geflüchtete Jugendliche fanden sich darin wieder. Nun geben sie ein Konzert.

Vor mehr als 190 Jahren schrieb Wilhelm Müller die Gedichte, die Franz Schubert zu einem der wichtigsten Liederzyklen der ganzen Musikgeschichte vertonte. Lieder der Düsternis, der Einsamkeit und eisiger Kälte. Der Liederzyklus „Winterreise“ spricht emotional auf vielen Ebenen an. Und er ist noch immer aktuell.

Die Musikerin Cornelia Salje lernte vor einiger Zeit junge Menschen aus Syrien, dem Sudan, dem Iran und Afghanistan kennen. Und diese erkannten sich in der Gedanken- und Gefühlswelt des abendländischen Dichters wieder. Gemeinsam nun brachten sie ihre Kultur in eben diese Musik Schuberts und ihre Sprache in die Sprache Müllers ein. Denn das Thema „Fremd sein“ ist letztlich Jahrtausende alt und jedem geläufig. In der Musik unter der Regie von Cornelia Salje wird es nun erstmals und ganz neu dem Zuhörer vermittelt und lässt in der besonderen Atmosphäre der Kunststätte auf ein musikalisches und inhaltliches einmaliges Erlebnis warten.

Szenische Winterreise

Eine – auch szenische – Winterreise von Franz Schubert auf Gedichte von Wilhelm Müller, für Sänger, Sprecher, Geige, Trommel und Klavier. Aufgeführt auf Arabisch, Farsi und Deutsch. Geflüchtete Jugendliche, die in Jesteburg ihre neue Heimat gefunden haben, gestalten gemeinsam mit der Mezzosopranistin und Regisseurin Cornelia Salje einen szenischen Liederabend.

Die Musiker begeisterten bereits zur Eröffnung der Ausstellung „Otto Pankok – Die ganze Welt in Schwarz und Weiß“, die noch bis zum 5. November im Museum zu sehen ist, mit drei Liedern. Jetzt besteht die Gelegenheit sie bei einem Konzertabend besser kennenzulernen. Die Aufführung vor und zwischen Kunstwerken Otto Pankoks, die sich unter anderem mit dem Schicksal der Sinti und der jüdischen Bevölkerung in Deutschland in der NS-Zeit beschäftigen, gibt der Inszenierung einen besonderen Raum.

Anmeldung unter: 04183 / 5112, Eintritt frei (Spende erbeten)

Am Sonntag, den 8. Oktober um 18 Uhr, Kunststätte Bossard, Bossardweg 95, 21266 Jesteburg, www.bossard.de

Verwandte Beiträge

Druckansicht    

Facebook Kommentare