Neue Räumlichkeiten der Kunstleihe im Meyerviertel:

Endlich sichtbar!

Gruppenbild mit Herrn - ein Teil des Harburger Kunstleihe-Teams. (Foto: PR)

Letztes Wochenende gab es einen ersten Eindruck der noch nicht ganz bezogenen neuen Räume. Aber man merkt: die Kunstleihe ist in ihrem neuen Zuhause angekommen.

 „First Look“ nannte das Kunstleihe-Team den Umtrunk, zu dem sie am vergangenen Sonnabend vorwiegend intern eingeladen Künstler*innen und Kunstinteressierte hatte und doch: die Hütte war voll!

Die neuen Räume in der Meyerstraße 26 (Ecke Bansenstraße) befinden sich in einem früheren Ladengeschäft eines gründerzeitlichen Baus. Schon der Eingangsraum mit großen Fenstern und gut vier Meter hohen Decken bietet einen Einblick in die Vielfalt der aktuellen Harburger Kunstszene. In der Art der Petersburger Hängung finden sich dort und im nächsten, einige Stufen höher gelegenen Raum sowie im langen Flur mehr als hundert Werke unterschiedlichster Technik, Formate, Materialien und Künstler*innen. Der überwiegende Teil ist vor allem zeitgenössische Kunst aus dem Harburger Raum. Und: sie ist leihbar. Denn das ist die Grundidee der Kunstleihe, um der lokalen Kunst zu mehr Wahrnehmung  zu verhelfen aber auch allen Neugierigen einen simplen Zugang zur Kunst zu verschaffen.

„Ähnlich einer Bücherhalle kann man hier eben Kunst leihen“, so Sabine Schnell vom Kunstleihe-Team, das vor gut zwei Jahren aus dem Schmeltztiegel der Initiative SuedKultur entstand.

´Tiefgang“ berichtete:

Und nach dem sie nach längeren Recherchen in anderen der bundesweit gut 130 existierenden Artotheken (wie Kunstleihen oftmals genannt werden) ein eigenes Konzept für Hamburg erstellt hatten, startete ein Team von Kunstbeflissenen und vor allem Harburger Künstler*innen im Rahmen des Kulturprojekts „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche Harburgs mit der Kunstleihe.

Sie wird von gut einem Duzend Ehrenamtlichen betrieben und ist daher bislang nur sonntags zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet. „Aber das wird sich bald ändern“, so Marion Göhring vom Team. „Denn theoretisch könnte man sie jetzt 24 Stunden an 7 Tagen die Woche öffnen, weil wir jetzt eigene Räume haben.“

Das war lange nicht so, da das kulturelle Erprobungsprojekt „3falt“ Ende Februar 2019 abgebrochen werden musste und so auch die Kunstleihe zugunsten eines bis heute andauernden Leerstands ausziehen musste.

Um überhaupt weitermachen zu können, erhielt die Kunstleihe vorübergehend Unterkunft im neuen Nachbarschaftstreff in der Eißendorfer Straße 124. Dort hatte just zum April 2019 der Eisenbahner Bauverein sowie die Finkenwärder Baugenossenschaft in einer ehemaligen Sparkasse-Filiale einen Treffpunkt eingerichtet. Dort aber konnte das Kunstleihe-Team auch nur sonntags agieren und mit viel Aufwand die Kunstwerke aus einem Keller holen, aufstellen und nachfolgend wieder im Keller verstauen. „Es war gut, um die gerade begonnene Arbeit erstmal überhaupt weiterführen zu können“, so Sabine Schnell, „aber weder waren wir nach außen hin sichtbar, noch konnten wir der zunehmenden Nachfrage nach Workshops oder dem im Oktober 2019 erfolgreich gestarteten ´Harburger Kunstsalon` gerecht werden.“

Siehe dazu auch den NDR-Fernsehbeitrag vom September 2019:

Und um so die ehrenamtliche Arbeit nicht in Auf- und Abbau ersticken zu lassen, wurde parallel weiter gesucht, geortet und nun endlich und pünktlich zum Jahreswechsel der Ort in der Meyerstraße gefunden und hergerichtet.

Und schon diesen Sonntag (12. Januar, 12 – 17Uhr) führt die Harburger Künstlerin Anne Flad ihre Workshopreihe zu Bildbetrachtungen fort und im Februar soll dann der komplette Umzug erfolgt sein und das Angebot erweitert werden. „Wir überlegen, ob wir auch samstags und vielleicht auch in der Woche weitere Öffnungszeiten anbieten“, so Schnell. „Denn bisher konnten viele sicher nicht an den Sonntagen und vielleicht eher mal nach Feierabend. Zudem können auch die Workshops oder Kunstsalons (der nächste ist für Sonntag, den 9. Februar anvisiert) dann auf andere Tage ausweichen, so dass für alle mehr Ruhe reinkommt.“

Beim „First Look“-Umtrunk jedenfalls schienen alle Besucher recht begeistert und spannen weitere Ideen rund um die Kunst und rund um Harburgs Kulturleben. Und auch am nachfolgenden Sonntag, dem ersten regulären Tag des Leihbetriebes herrschte reger Andrang und neuen Kunstleihende stießen hinzu.

Ort: Kunstleihe Harburg e.V., Meyerstraße 126, 21075 Hamburg-Heimfeld, Tel.: 040 – 300 969 48

Weiterführend: www.sued-kultur.de/kunstleihe

www.instagram.com/kunstleihe

www.facebook.com/KunstleiheHarburg

 

 

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