Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Dreifaltigkeitskultur – Mosaik der Möglichkeiten

Foto: hl

Ich bin Sophie und Denkerin. Ich denke aus gegebenem Anlass ein wenig zurück.

Vor einigen Jahren, als ich mir gestattete, einen Tagtraum zu träumen, hatte ich die Vision einer Galerie. Ein Ort, an dem ich umgeben wäre von Bildern und Kunstgegenständen. Doch es stellte sich umgehend auch Skepsis ein, ob ich mich in einem solchen Umfeld wirklich wohlfühlen könnte. Schließlich gehörten auch Verkaufsgespräche zu einer Galerie dazu und ich müsste Ahnung haben von Kunstepochen und namhaften Vertretern, um ernstgenommen zu werden und mit der Kaufklientel zurecht zu kommen. An dieser Stelle geriet meine Vorstellung ins Stocken.

Denn ich selber habe eher einen sehr persönlichen Bezug zu Kunst. Ohne Sammler oder eine zahlungskräftige Kundschaft in einen Topf werfen oder in Misskredit bringen zu wollen, hatte ich Bedenken, ich könnte es mit Menschen zu tun bekommen, denen es weniger um das Werk als vielmehr um die eigene Reputation geht. Menschen, die Kunst möglicherweise als Geldanlage mit guter Rendite sehen oder die eigene Intellektuelle Selbstbeweihräucherung im Sinn haben. Auch dachte ich, ich könne niemals wirklich ich selbst sein, wenn es darum geht, in einer Galerie als Mittelfrau zwischen Kunstschaffenden und –interessierten zu fungieren.

Und nun das: Die Idee einer Artothek in Harburg! Ich bin Feuer und Flamme und freue mich vor, als würden alle Feste auf einen Tag fallen – den 16. Juni! Witzigerweise ist das nicht nur ein Tag, an dem tatsächlich außerordentlich viele Feste gefeiert werden, sondern auch der einer offenen Gesellschaft. Für mich und viele andere ist es DER Aktionstag der 3falt- das steht für Kunst , Kultur und Kreativität. Das alte, historische Gemäuer der Dreifaltigkeitskirche soll von uns mit vereinten Kräften belebt werden. Künstlerische Entfaltung ist dabei ebenso ein Thema wie interaktive und –kulturelle Begegnung.

Ein Teil des Gebäudes scheint geradezu prädestiniert dafür zu sein, eine Artothek zu beherbergen; Ein Konzept, angelehnt an öffentliche Bücherhallen, nur dass man sich hier für eine gewisse Zeit und gegen eine kleine Leihgebühr Bilder statt Bücher mitnimmt, um sich besser mit einem Werk, das einen anspricht, auseinanderzusetzen, statt in einer Ausstellung einen vergleichsweise flüchtigen Blick darauf zu werfen.

Und plötzlich nimmt meine frühere Vision eine ganz andere und vielversprechende Gestalt an. Kultur & Bildung, die für jede Person zugänglich wäre, die offen dafür ist. Damit kann ich mich viel mehr identifizieren und anfreunden, als bliebe das einer Elite vorbehalten.

Das Konzept ist übrigens nicht neu. Andernorts funktioniert es zum Teil schon seit Jahrzehnten und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Eine seltsame Vorstellung, dass es etwas beispielsweise in Buxtehude schon lange gibt, was in der Großstadtmetropole Hamburg noch

fehlt. Ich wäre nur allzu gerne Wegbereiterin und Multiplikatorin bei diesem Projekt und werde nicht müde, Werbung zu machen. Hoffentlich lassen sich ganz viele Menschen von der Aufbruchstimmung anstecken.

Und noch toller ist, dass es bei 3falt nicht nur das Potential einer zukünftigen Artothek mit Bildern und anderen Kunstwerken geht, sondern auch um Tanz und Theater, Musik und vielerlei Möglichkeiten, sich auszudrücken und miteinander zu gestalten! Ich glühe geradezu vor Leidenschaft für diesen Tag!

 

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