Einige Worte zur Decke, damit sie nicht auf den Kopf fällt …

Die virulente Sprache

Foto: music4life / Pixabay

John Pütz sitzt wie wir alle zuhause und macht sich so seine Gedanken …

„Sprache bestimmt unser Denken!“, hat mal ein berühmter Handwerker gesagt, dessen Name mir entfallen ist.

Nun, da mag was dran sein. Denn so lange ich denke, bin ich wohl. Den Gegenbeweis anzutreten, mag versucht worden, doch wie so manche Stimme auch ungehört geblieben sein.

Nun, in Zeiten des Krisen-Modus, wird es sichtlich unübersichtlich. Mit der Sprache und dem Denken.

Müssen Harzt IV-Empfänger ihre Klopapier-Bestände nun unter Vermögensverhältnissen  angeben? Werden Büros im Zuge des un-büro-kratischen Handelns einfach aufgelöst? Ist das Home office identisch mit dem heimischen Arbeitszimmer meiner jährlichen Steuerklärung oder muss ich es in Groß Britannien, das ja nicht mehr aber irgendwie doch zur EU gehört, absetzen? Der Absatz bricht ja eh bei vielen ein. Was aber wenn er abbricht? Die wenigen Schuster, die ver- und bei ihren Leisten ge-blieben sind, haben ja geschlossen.

Wie steht es um die „Helden des Alltags“? Mit dem Begriff des Helden bezeichnet die Mythologie einen „durch große und kühne Taten besonders in Kampf und Krieg sich auszeichnender Mann edler Abkunft“. Kommen hier die Heldinnen wieder mal zu kurz? Und ist es nachweislich so, dass die Kassiererin „edler Abkunft“ entstammt?

Auch wird als Held bezeichnet, „der sich mit Unerschrockenheit und Mut einer schweren Aufgabe stellt, eine ungewöhnliche Tat vollbringt, die ihm Bewunderung einträgt.“ Da würde ich jetzt ehrlich gesagt dem Gemüsehändler keinen Beifall klatschen und Bewunderung zollen, wenn er mir unerschrocken und zu einem gesalzenen Preis  die weniger Spargelstangen seiner Auslage hinüber reicht.

Auch die Bezeichnung einer imaginären Gruppe als Risiko-Gruppe halte ich für irre-führend. Rentner an sich gefährden mich nicht. Meist schaffen sie es das Treppenhaus schon nicht so recht  hoch und sind dann an meiner Türschwelle so außer Atem, dass sie wenig Kraft für Gewaltakte ausstrahlen. Und für sie selbst ist das Risiko insofern gegenzurechnen, als dass sie es immerhin bis hierhin schon geschafft haben.

Ich sag ja: Sprache, Denken, Sprache denken … bringt uns nicht weiter.

 

Euer John Pütz

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