Ulrike Hinrichs lädt zur Teilnahme am Kunstprojekt „Kriegskinder“

Die Schatten der Vergangenheit

Sonja Alphonso - Leichen im Keller

Die Folgen von Krieg und Flucht beschäftigen Menschen oft ihr Leben lang. Die Kunsttherapeutin Hinrichs geht das Thema nun kreativ an …

Gastbeitrag von Ulrike Hinrichs

Die Folgen von Krieg und Flucht haben wir seit der großen Flüchtlingsbewegung 2015 hautnah zu spüren bekommen. Noch immer sind Menschen weltweit auf der Flucht. Durch den zweiten Weltkrieg haben auch wir in unserer Gesellschaft transgenerative traumatische Erfahrungen aus der Nazidiktatur mitgenommen. Der Schatten der Vergangenheit liegt bis heute wie eine dunkle Wolke über uns. Viele Nachkriegskinder haben erlebt, dass die Großeltern oder die Eltern nicht über den Krieg gesprochen haben. Kinder spüren die unausgesprochenen Ängste. Sie nehmen die Lähmung, die Sprachlosigkeit der Eltern und Großeltern wahr, die sie nicht einordnen können. Kriegskinder kennen daraus resultierende unerklärliche Gefühle wie innere Leere, Ängste und Schuldgefühle.

Diese Gefühle und Erinnerungen sind auch durch die aktuellen Fluchtbewegungen wieder stärker ins Bewusstsein getreten. Es gibt kriegstraumatisierte Menschen, bei denen durch die aktuelle Berichterstattung über die Flüchtlingsbewegung alte Ängste aufkeimen, andere verdrängen und tabuisieren das Thema auch noch im hohen Alter. In allen Familien ist Flucht ein auch stark polarisierendes Thema geworden. Der Populismus und rechtsradikale Tendenzen erstarken.

Wir starten zu diesem Thema ein neues Kunstprojekt. Aufgerufen sind alle, die Lust haben mitzumachen. Wir wollen Menschen zusammen bringen und Vielfalt feiern. Die Kunst baut eine Brücke, um sich auch zu schwierigen Themen wie Krieg und seine Schatten auszutauschen. Die Kunst bringt Farbe in ein dunkles Kapitel unserer Geschichte. Bei dem Projekt geht es nicht um perfektes Malen und Gestalten, sondern um den kreativen Ausdruck. Das Thema kann völlig frei interpretiert werden. Es kann ebenso die schmerzhafte Seite aus dem transgenerativen Erbe, wie auch zukunftsweisende Impulse aufgezeigt werden. Es können ganz persönliche Geschichten oder kollektive Themen künstlerisch umgesetzt werden.

Kurzum: es darf und soll sich kreativ ausgetobt werden.

Unter der Leitung des Kantors der Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg, Fabian Bamberg („Dann wurde es gewaltig laut“), wird das Thema zudem musikalisch aufgegriffen und zur Ausstellung in einem Musik-Potpourri präsentiert. Zudem planen wir auch noch einen Schreibworkshop mit Lesung. Die Werke werden im Rahmen der Harburger Gedenktage auf dem Harburger Kulturtag ausgestellt und mit einem musikalischen Programm und einer Lesung unterlegt. Auch ein Gottesdienst zum Projekt ist geplant.

Das Projekt wird in Kooperation mit der Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg durchgeführt und gefördert durch „Lokale Partnerschaften Harburg und Süderelbe“ sowie das Bundesprogramm „Demokratie leben“.

Termine:

Erstes Treffen zum kreativen Austausch und Vorstellung des Projektes:

So., 15.3.2020 – 14 Uhr – Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg im Kinderhaus Bremer Straße 15, 21073 Hamburg

Anmeldung und Infos: Ulrike Hinrichs – ulrike.hinrichs.de – 040 819 776 16

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