Ein Harburger Projekt geht neue Wege der Aufklärungsarbeit:

Die Kunst unserer Grundrechte

Bild: ´grundrechte kreativ`

Das deutsche Grundgesetz ist für viele Einheimische so selbstverständlich, dass sie es ungefragt als „natürlich“ ansehen. Wie von Natur aus gesetzt. Es aber zu erklären – da ist Kreativität gefragt.

Denn so einfach lassen sich eben die einzelnen Grundwerte, die zum Grundrecht führen, auch Zugezogenen nicht erklären. Gerade bei der Integration von Flüchtlingen berief sich mancher gerne auf das Grundgesetz und „unsere“ Grundwerte. Dabei wurden und werden immer wieder Stimmen etwa zur „deutschen Leitkultur“ laut, die als Richtschnur zur Integration dienen soll. Jüngst hatte der Bundesinnenminister Herr de Maiziere zehn Thesen zur deutschen Leitkultur aufgestellt. Jenseits der strittigen Benimmregeln wie zum Gruß die Hand geben oder den Namen nennen, besteht in unserer Wertegemeinschaft der Konsens darüber, dass sich unsere gesellschaftlich fundamentalen Grundwerte in den Grundrechten finden. Diese sind nicht nur für Zugewanderte, sondern auch für hier aufgewachsene  Bürger aber nicht immer ganz einfach zu verstehen.

Nun startet ein neues Kunstprojekt namens grundrechte_kreativ“ mit Geflüchteten und allen interessierten Hamburger*innen. Unterstützt wird es dabei aus Mitteln des Bezirksamtes Harburg.

Zeinab Alipour (Afghanistan): ´Ich bin ein Mensch`(Art. 1 GG)

Die Projektleitung hat die Kunsttherapeutin und Rechtsanwältin Ulrike Hinrichs:

„Wir wollen die Grundrechte künstlerisch gestalten und in einem Blog veröffentlichen. Das künstlerische Medium verdichtet, es macht den Kern des Grundrechtes sichtbar. Die einzelnen Kunstwerke zeigen einen individuellen Blick des Künstlers auf das jeweilige Grundrecht. Diese Sicht auf das Grundrecht soll mit Texten der Künstler untermauert werden. Die Bilder werden auch in einer Ausstellung präsentiert.“

Amer Hayder (Syrien): ´Ich bin wie Du` (Art. 3 GG)

Mit einem Logo können sich andere mit dem Blog über ihre Webseiten, Emailsignatur etc. verbinden und zum Grundgesetz bekennen. Unterstützung erhält das Projekt dabei von oberer Stelle. Der Hamburgische Anwaltsverein, der geflüchtete Juristen betreut, wird nämlich bei dem Projekt kooperieren. Geflüchtete Juristen können beim Erklären und Verstehen der Grundrechte unterstützend in der Gruppe mitwirken. www.hav.de

 

Das Ziel des Projektes beschreibt Hinrichs: „Das gemeinsame künstlerische Schaffen zum Thema Grundrechte unterstützt zuallererst den interkulturellen Dialog über unsere wichtigsten Grundwerte. Man kommt ins Gespräch, diskutiert über das, was unsere demokratische Gesellschaft im Kern verbindet. Damit stellt dieses Kunstprojekt einen wesentlichen Beitrag zur Integration her. Das Erklären unserer Werte ist nicht belehrend, sondern dient als Grundlage des künstlerischen Schaffens. Dieser Ansatz schafft eine neue Dimension des Verstehenwollens auch auf Seiten des Künstlers, der das Wesen des Grundrechtes nach seinen individuellen Idee umsetzen will. Das künstlerische Schaffen vor allem ermöglicht zudem Begegnungen, die Sprachbarrieren aufheben und auf Gemeinsamkeiten setzen, statt Unterschiede hervorzuheben. Menschen begegnen sich auf Augenhöhe. Geflüchtete werden eingebunden in unsere Wertegemeinschaft. Die Veröffentlichung in einem Booklet oder Blog verstärkt die Verbindung untereinander, schafft für alle Beteiligten eine Aufwertung ihrer Kunstwerke und dient als Multiplikator der Idee.“

Infos und Kontaktmöglichkeiten online über: grundrechte_kreativ

 

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