Künstler Gunter Demig kam wieder zur Initiative ´Gedenken in Harburg`:

Der 207. Stein des Stolperns

Demnigs Materialwagen: ein rollendes Mahnmal. (Foto: GiH)

Über ihre Gedenkarbeit stolpert man allerorts. Leider. Doch bevor man aus dem Tritt kommt, ist viel Arbeit nötig. Jetzt wurde sie wieder sichtbar.

Vor einigen Tagen kreuzten sich in Harburg zwei „Stolperstein-Ereignisse“. Am Dienstag, 13. Juni 2017, traf der Kölner Künstler Gunter Demnig in der Bremer Straße ein, um einen weiteren geplanten Stolperstein vor dem Haus Nr.3 zu verlegen. für Berl Löwi. Drei weitere Stolpersteine für Gertrude Grünfeld, Elfriede Horwitz und Kurt Horwitz wurden anschließend in der Harburger Rathausstraße vor Haus Nr. 45 in den Fußweg eingebettet. Und dann ging es noch zum Reeseberg 104 ging, wo der nunmehr 207. Stolperstein auf Harburger Gebiet für Ehrenfried Diers verlegt wurde.

Der „Vater“ der Stolpersteine: Gunter Demnig (Foto: GiH)

Zur gleichen Zeit trafen sich vor dem Harburger Rathaus 30 Schüler*innen der Realschule Vierkaten in Neu Wulmstorf. Sie brachen zu einer Stolperstein-Rallye auf, die zwischen ihren Lehrern Hövekenmeier und Dudda und der „Initiative Gedenken in Harburg“ verabredet worden waren. Dadurch ergab sich nicht nur die seltene Gelegenheit, direkt eine Stolperstein-Verlegung mitzuerleben und den „Vater“ von mehr als 50.000 in Europa verlegten Stolpersteinen aus der Nähe und bei der Arbeit zu sehen.
Zu jedem neu verlegten Stolperstein wurde auch eine Rose zum Gedenken gelegt. Gab es an gleicher Stelle schon einen oder mehrere Stolpersteine, wurden diese vor Ort gereinigt und dann ebenfalls mit einer Rose bedacht.

Anschließend teilten sich die Schüler*innen in Gruppen auf, um insgesamt 131 Stolpersteine zu finden, zu putzen, zu fotografieren und zu protokollieren. Beim späteren Treffen aller Beteiligten im Haus der Kirche stellte sich heraus, dass ein Stolperstein – vermutlich bei Straßenbauarbeiten – ganz verschwunden war und ein anderer so stark verschmutzt war, dass er von der Umgebung kaum noch zu unterscheiden war.
Die „Initiative Gedenken in Harburg“ war erfreut vom Engagement der Neu Wulmstorfer Schüler*innen und hofft, auch im kommenden Schuljahr wieder Lehrer zu finden, die ein solches Projekt unterstützen und begleiten.

Erinnerungsarbeit mit der Vierkaten-Schule aus Neu Wulmstorf. (Foto: GiH)

Die „Initiative Gedenken in Harburg“ arbeitet rein ehrenamtlich und sucht permanent weitere Mitstreiter*innen. Denn die Recherche zu Biographien von Menschen, die von Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden, ist überaus komplex.

Mit öffentlichen Veranstaltungen und speziellen Rundgängen (s. Veranstaltungen) erinnert sie zu verschiedenen Anlässen an das Schicksal dieser Opfer des Nationalsozialismus. Für Rundgänge mit Gruppen, Spenden aber vor allem persönlicher Unterstützung und Mithilfe  steht die Initiative nach Absprache gerne zur Verfügung.

Kontakt:

Initiative Gedenken in Harburg
Ev.- Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost
c/o Haus der Kirche
Hölertwiete 5
21073 Hamburg

E-Mail: info[at]gedenken-in-harburg[dot]de
gedenken-in-harburg.de

(21. Jun. 2017, hl)

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