SuedKultur zieht Bilanz zum Kultursommer in Harburg

Das war mal ein KultUrLaub!

Ensembles wie "Mischpoke" begeisterten beim SuedKulturSommer - hier am Kanalplatz. (Fotos: S. Schnell)

Vom 9. Juli bis 8. August ist das Netzwerk SuedKultur im südlichen Hamburger Bezirk Harburg dem Aufruf des Kultursenators Brosda gefolgt und veranstaltete einen riesigen SuedKulturSommer. Die Bilanz: „Wir leben noch!“

 Anfang Mai stellte die Behörde für Kultur und Medien die Idee eines Hamburg weiten Kultursommers vor. Veranstaltende sollten sich mit Ideen für Kulturprogramme zur Urlaubszeit bewerben und mit einer millionenschweren Finanzierung der Kulturbehörde zum einen möglichst viele Kreative in Open-Air-Events kurzfristig in Beschäftigung bringen. Zum anderen sollte ein Programm entstehen, dass viele Daheimgebliebene mit Kulturangeboten die Urlaubszeit versüßt.

Das Netzwerk SuedKultur nahm die Einladung an, bewarb sich und erhielt zu Anfang Juni eine Finanzierungszusage, die schon wenige Wochen später ihre Umsetzung fand.

So gab es vom 9. Juli bis 8. August über vier Wochen auf drei verschiedenen Plätzen in Harburg ein Kulturspektakel, dass es so in Harburg noch nicht gegeben hatte. Beteiligt hatten sich Marias Ballroom, das Komm du, der Old Dubliner, das Stellwerk, das Kulturhaus Süderelbe, der Rieckhof, die Fischhalle, der Kulturverein Alles wird schön, die Kunstleihe Harburg, die Genossenschaft Dreifalt eG, die Kulturwerkstatt Harburg, das KulturWohnZimmer, der Kulturverein ContraZt, das Habibi Atelier, die Kunstkarawane, dem Sozialkontor Hamburg-Süd und die Kunstgruppe wattenbergART. Heraus kamen 214 Stunden Live-Kulturprogramm jeder Couleur und mit knapp 350 Künstler*innen – dabei viele direkt aus Harburg, manche gar in Kooperation mit dem Landesmusikrat Hamburg.

Nun ist der KultUrLaub vorbei und der Netzwerksprecher und Hauptakteur von SuedKultur, Heimo Rademaker zieht Bilanz: „Wir sind alle platt und brauchen eine Pause vom Festivalleben. Zeit zum Genießen hatten wir noch nicht, aber von allen Künstler*innen aber auch dem Publikum und gar den beteiligten Gewerken durchweg positive Resonanz. Und alle diese Leute wieder zu sehen und nun zu wissen, wer noch bei der Stange ist aber auch leider, wer nicht, ist für alle wichtig gewesen.“ Denn letztlich sei es eine Aktion solidarischer Kulturarbeit gewesen. „Es galt, Geld gegen Kulturarbeit in den Markt zu schießen, die Sommerzeit produktiv zu nutzen und die eigene Attitüde hinten anzustellen! Und das ist fast durchweg geglückt!“

Das Programm enthielt so ziemlich alles von Klassik, Rock, Punk, Ska, Reggea, Jazz, Folk oder Klezmer, über Kinderprogramm, Kino, Kabarett oder Klamauk, von Flamenco, Tanz und Kunst bis Kino und Shanties. Der nötige Sicherheitsdienst sorgte für die Einhaltung der Corona-Verordnung und bliebt dennoch oft unbemerkt, der Eintritt war mehr als moderat, die Licht- und Tontechniker*innen verhalfen jedem Klang zum fetten Sound, Öko-Toiletten für das abbaubare Nebengeschäft und so konnte das letztlich mehr als wechselhafte Wetter keinen Veranstaltungstag in Gefahr bringen. „Das war logistisch eine absolute Herausforderung! Und wenn es auch üblicherweise immer mal etwas stressiger wird – die Zusammenarbeit unter all den Playern sucht seinesgleichen und es zeigt: SuedKultur kann, wenn sie darf! Und so wurde es wie eine Art ´Klassentreffen` und wir denken für viele Künstler*innen von nördlich der Elbe eine gute Werbung für den kultursonnigen Süden der Stadt!“, so Heimo Rademaker. Nebenbei könne er auch anmerken, dass es zu keinem Zeitpunkt der vier Wochen irgendwo ernst zu nehmenden Ärger, Komplikationen oder bemerkenswerte Störungen gab. „Selbst ein Hubschrauberpilot wartete bis zum Ende eines Songs einer Band bevor er wieder seine Rotoren zum Start anwarf. Respekt und Rücksicht sind also noch da!“

Und was kommt als nächstes? „Ich selbst bin schon wieder in den Vorbereitungen des „Sommers im Park“, habe noch jede Menge Abrechnungen und Nachweise zu erledigen, plane aber auch schon eine neue  Clubreihe in meinem Club Marias Ballroom zusammen mit dem Landesmusikrast Hamburg. Mal etwas ganz Neues“, so Rademaker. Vom 1. Harburger Kunstfest habe er mitbekommen, dass sich fast alle Künstler*innen wünschten, dieses Outdoor-Format auch 2022 zu wiederholen und die Inklusionsband „Station 17“, die am letzten Tag fürs Sozialkontor HH-Süd auftrat spielte, habe auch viele Veranstalter der SuedKultur so nachhaltig begeistert, dass auch hier unbedingt weitere Ideen gefragt seien. „Vor allem wollen wir hoffen, dass auch wir im Süden Hamburgs unseren Beitrag leisten konnten, dass die Kultur nicht vor die Hunde geht und wir diese grausame Zeit der Pandemie irgendwie durchstehen und uns unsere Lust auf Kreativität erhalten bleibt!“  

Einige Fotos mit Eindrücken der vier Kulturwoche sind auf der SuedKultur-Facebook-Gruppe hinterlegt und jede Menge Videomitschnitte finden sich auf YouTube unter SuedKulturSommer!

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