Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Comeback

Foto: Sonja Alphonso

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin.

Mit großer Gewissheit falle ich alljährlich in ein Loch, welches grundsätzlich zwischen den Feiertagen liegt. Mit etwas Vorlauf zum Jahreswechsel ist mir meist zumute wie einer alten Eiche, bei der es im Gebälk knirscht. Kahl und mit gerunzelter Rinde lasse ich hilflos die Zweige hängen und hoffe, die Gefühlsschwankungen ohne größere Sturmschäden zu überstehen.

Dann lichten sich langsam die Reihen endloser Gedanken und ich atme erleichtert auf, weil ich wieder etwas mehr durch blicke. Selbstklärung nenne ich es, wenn ich mich an meine Wurzeln erinnere, an einer kleinen selbstgebastelten Erfolgsleiter aus dem Stimmungstief klettere und meine Krone richte.

Dann kann es weitergehen. Neues Jahr, neues Glück! Ich starte mit dem guten Vorsatz, mehr Selbst-Bewusstsein zu entwickeln, um dem alltäglichen Genöhle den Wind aus den Segeln zu nehmen, der an meinen Kräften zehrt.

Nach der inneren Einkehr folgt die Renaturierung. Wie der Frühling komme ich in recht regelmäßigen Abständen wieder.

Verwandte Beiträge

Druckansicht    

Facebook Kommentare