Neues Projekt nähert sich dem Thema der Mietsituation kreativ:

Bezahlbares Wohnen als Kunst

Obdachlos - Rita Peters

Das Wort Enteignung ist wieder hoffähig dank angespannter Wohnsituation. Ein Harburger Projekt von Ulrike Hinrichs begegnet dem nun künstlerisch.

Deutschland diskutiert über Enteignungen, der Wohnungsmarkt ist so angespannt, dass sich selbst Normalverdiener in Ballungsstädten keine Wohnung mehr leisten können. Das von Ulrike Hinrichs nun initiierte Kunstprojekt zielt darauf ab, sich dem stark polarisierenden Brennpunktthema künstlerisch zu nähern, Sichtweisen und Perspektiven darzustellen, mit den Menschen über die Kunstwerke in einen Dialog zu kommen. Damit knüpft sie an das Projekt „Gemalte Freiheit“ an (´Tiefgang` berichtete),

bei dem die Beteiligten die Grundrechte künstlerisch dargestellt haben. Das Kunstprojekt hat viel Beachtung gefunden und ist Teil des bundesweiten Projektes „Demokratie ganz nah – 16 Ideen für ein gelebtes Grundgesetz“, das zu 70 Jahre Grundgesetz vom Bundespräsidenten ausgeschrieben wurde.

„Wir wollen dem Thema Wohnen eine neue, erweiterte Sichtweise durch die Brille der Kunst hinzufügen, den Menschen mittels des künstlerischen Ausdrucks eine Stimme geben und diese in die Öffentlichkeit bringen. Menschenwürdiges Wohnen bezieht sich im Lichte des Grundgesetzes auf die Menschenwürde und die Eigentumsgarantie, wonach Eigentum garantiert wird, aber in einem Sozialstaat auch verpflichtet. Mir geht es nun weniger um ein weiteres politisches Statement in dieser aufgeheizten Diskussion, sondern vielmehr darum, auf einer anderen Ebene, nämlich mittels des künstlerischen Ausdrucks, breit gefächert mitzuwirken. Ich glaube an die Kraft des künstlerischen Ausdrucks und habe dazu auch ein Fachbuch geschrieben, Kunst als Sprache der Intuition, das in Kürze erscheint. Über die Kunst können neue Ideen entstehen, Widersprüchliches vereint und Sprachloses sichtbar gemacht werden.  Auch Gefühle werden besser transportiert als mit Worten. Die Kunst verdichtet und berührt. Sie eröffnet neue Räume, die wir jenseits des rationalen Denkens erkennen können. Ich habe lange für den Mieterverein zu Hamburg gearbeitet und weiß, wie emotional brisant das Thema „Wohnen“ ist. Unser Wohnraum ist unsere zweite Haut, unser Schutzort, unser Nest. Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Thema als sozialer Sprengstoff politisch aber immer noch unterschätzt wird“, so Hinrichs.

Bei dem Projekt kann jeder mitmachen. In Kürze werden dazu die ersten Impulstreffen im Habibi Atelier gestartet. Infos zum Projekt und wie man mitmachen kann unter: loesungskunst

Das Buch:

erscheint im Juli 2019, Vorbestellungen sind aber jetzt schon möglich

Ulrike Hinrichs: Kunst als Sprache der Intuition – der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanlogen Transformationsprozessen, Synergia Verlag, Juli 2019, ca. 280 Seiten mit 40 farb.Abbildungen, geb., ISBN: 9783906873824, Preis: 22,90 €

Onlinebestellung: synergia

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