Die Kolumne von Sophie Selbst-Zweifel

Außenwirkung

Grafik: spirit111 / Pixabay

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Manchmal erfahre ich etwas über mich, weil andere mir sagen, wie ich auf sie wirke.

Das kann mehr oder weniger von meiner Selbstwahrnehmung abweichen und irritierend wirken, z. B. wenn ich herausfinde, dass ich auf Menschen souverän wirkte, als ich unsicher war – oder sie mich schüchtern erlebten, während ich mich selbstbewusst fühlte.

Woher kommt diese Diskrepanz? Da kann ich nur spekulieren, dass man eben nicht in die Köpfe anderer hineinschauen kann und oft genug die eigene Gefühlswelt u. a. eine Rolle spielt.

Daraus ergibt sich eine weitere, spannende Frage, nämlich ob die eine Sicht die andere ausschließt bzw., wie aussagekräftig das eine oder andere ist. Beides könnte eine Täuschung sein.

Gutes Anschauungsmaterial für mögliche körpersprachliche Missverständnisse bietet beispielsweise meine Halswirbelsäule. Es ist ein Kreuz mit den Koordinaten C4 in fortgeschrittenem degeneriertem Zustand.

Mal lasse ich den Kopf leicht hängen und schaue zu meinem Gegenüber auf – oder ich wandele erhobenen Hauptes, wobei es leicht in den Nacken kippt. Das eine mag unterwürfig, das andere hochnäsig wirken, und nichts davon stimmt. Irgendwie ist meine Rübe scheinbar nur zu schwer, um sie in der Waage zu halten.

Wie so oft versuche ich, Äußerliches zu verinnerlichen und denke dabei „Wie unten, so oben“. Dabei bin ich geneigt, nicht das Gleichgewicht aus den Augen zu verlieren, sondern mich eines Tages in jeder Hinsicht in der goldenen Mitte ausbalanciert zu haben.

 

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