Jury wählte Stipendiat*innen für Los Angeles aus

Annika goes Aurora

Annika Kahrs´ Videoinstallation ´no longer not yet` von 2019 (Foto: Helge Mundt / Produzentengalerie Hamburg)

Oberhalb des Sunset Boulevards liegt eine Villa, in der schon etliche Kulturschaffende gastierten und Inspiration fanden. Nun geht auch die in Hamburg tätige Künstlerin Annika Kahrs nach L.A.. Manche kennen sie auch aus Harburg.

Die Jury für die Sparte Bildende Kunst wählte aus den von internationalen Kurator*innen nominierten Künstler*innen  Saâdane Afif, Annika Kahrs und Anri Salafür ein Villa Aurora Stipendium in 2020 aus. Ferner wurden Nadine Fecht und Paul Hutchison für die beiden von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa ausgelobten Villa Aurora Stipendien ernannt.
Die Künstler*innen werden 2020 für drei Monate in der Villa Aurora in Los Angeles, dem ehemaligen Exilwohnort von Lion und Marta Feuchtwanger, leben und arbeiten. Der Verein Villa Aurora & Thomas Mann House organisiert darüber hinaus regelmäßig Programme mit seinen Stipendiat*innen in Los Angeles und Deutschland.
Der Jury gehörten Jens Asthoff (Autor und freier Kritiker u.a. Artforum International), Prof. Dr. Stephan Berg (Intendant des Kunstmuseums Bonn), Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet (Kunsthistorisches Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn), Dr. Anette Hüsch (Direktorin der Kunsthalle zu Kiel) und Dr. Gabriele Knapstein (Leiterin des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin) an.
Von den fünf Stipendien der Sparte Bildende Kunst werden drei Stipendien vom Auswärtigen Amt finanziert und zwei von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa finanziert. Kultursenator Klaus Lederer begrüßt die gute Kooperation mit der Villa Aurora und wünscht den Künstler*innen eine produktive Zeit in L.A.
Die Video- und Performance-Künstlerin Annika Kahrs ist derzeit in der Sammlung Falckenberg in Harburg zu sehen, zusammen mit Paul Spengemann in der Gemeinschaftsausstellung „Fuzzy Dark Spot“ und war auch zuvor im Frühjahr im Kunstverein Harburger Bahnhof zu Gast, wo sie ihren neuen Katalog „Shifting Sounds“ vorstellte. Im Zentrum ihrer performativen Inszenierungen steht häufig Klang als Mittel der Kommunikation – entweder instrumental oder vokal, zwischen Mensch und Tier, zwischen Akteuren auf einer Bühne oder mit ihrem Publikum.
Kahrs‘ Performances, Filme, Fotoserien und Installationen sind meist als spielerische Versuchsanordnungen aufgebaut in denen die Protagonisten ihre Positionierung untereinander immer wieder neu verhandeln müssen und zahlreiche Variationen möglich sind. Gewohnte Wege der Verständigung, Hör- und Sehgewohnheiten sowie Verhaltensmuster werden unterbrochen und müssen neu gefunden werden. In den daraus hervorgehenden Brüchen, Verschiebungen oder Missverständnissen untersucht die Künstlerin die Wechselwirkungen zwischen Fiktion und Wirklichkeit, Erwartung und Erfüllung, Routine und Scheitern, wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlichen Bewegungen.

Quelle: Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.

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