Kulturschaffende fordern Brosda weiterhin als Kultursenator einzusetzen:

Advokat der Veränderungen

Soll auf Wunsch von Kulturschaffenden Hamburgs Kultursenator bleiben: Carsten Brosda (Foto: clubkombinat)

Die Wahlen zur Bürgerschaft sind gelaufen und das Personalkarussel um Senatsposten dreht sich aufs Neue. Doch bevor es richtig Fahrt aufnimmt, haben relevante Kulturakteure bereits ihr Votum ausgesprochen. Ein ungewöhnlicher Akt.

Dass nach Wahlen die Wählerschaft weiterhin wählerisch ist, ist zumindest in der bundesrepublikanischen Geschichte mehr als ungewöhnlich. Und dann noch einem Posten, den Politik als eher unbedeutend empfindet. Zumal – so lange die Elbphilharmonie nicht fertig gestellt war und nicht als Garant für Glanzlicht galt – es lange keine regierende Partei zum Posten des Kultursenats zog. Eher haten Kulturschaffende lange das mulmige Gefühl, die Position könne gar ganz „eingespart“ werden. Dann kam von Welck und war parteilos, dann ihr kurzer Nachfolger Stuth – wer war das noch?! –  und auch Kisseler war es. Unter ihr aber schon als Staatsrat tätig: Brosda.

Brosda ist ein guter Zuhörer, ein brillanter Rhetoriker aber eben auch Denker.  Denn was nützt die ganze Rhetorik, hat man nichts zu sagen?

Und da sich nun die Kräfteverhältnisse in der Bürgerschaft – wenn auch vielleicht nur leicht – verschieben und der Posten auf einmal neben guten Einkünften Glanz und Glammer verspricht, sind es ausgerechnet die Kulturschaffenden, die plädieren: „es soll so bleiben, wie es ist!“  Diese Wahl hat Brosda ganz alleine für sich entschieden. Respekt!

Hier die Öffentliche Stellungnahme zur Besetzung der Leitung der Behörde für Kultur und Medien in der Freien und Hansestadt Hamburg vom 25. Feb. 2020:

„Sehr geehrter Herr Erster Bürgermeister Tschentscher,

Sehr geehrte Frau Senatorin Fegebank,

 zum Ergebnis der gerade hinter uns liegenden Wahlen gratulieren wir Ihnen herzlich. In Anbetracht dessen möchten wir uns an dieser Stelle deutlich für eine weitere Zusammenarbeit mit unserem derzeitigen Senator für Kultur und Medien, Carsten Brosda, aussprechen.

Uns ist bewusst, dass Wahlen und neue politische Zusammensetzungen das Personalkarussell in Bewegung setzen und vieles gehörig durcheinanderwürfeln. Wir möchten mit diesem offenen Brief unsere Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass in den anstehenden Koalitionsverhandlungen das Ressort Kultur und Medien mit der derzeit fachlich qualifiziertesten Person, also mit dem amtierenden Senator Carsten Brosda, besetzt wird.

Carsten Brosda ist in seiner bisherigen Amtszeit mit großer Expertise alle offenen Baustellen in der Kulturpolitik offensiv angegangen. Die Kulturpolitik der Stadt Hamburg hat mit dieser Personalie einen großen Schritt nach vorn gemacht. Carsten Brosda hat dabei sämtliche kulturelle und kulturwirtschaftliche Bereiche, für die er verantwortlich ist, im Blick: die Musik- und die Musikwirtschaft, die Popkultur, die Oper, die beiden Staatstheater Schauspielhaus und Thalia, Kampnagel, die Museen und die freie Szene. So etwas ist in der Kulturpolitik außerordentlich selten. Die Entwicklung der Kulturstadt Hamburg ist derzeit dynamisch. Wir lernen gerade alle, dass die sogenannten „weichen“ Themen zu den neuen „harten“ werden: Klima, Ökologie, die Gestaltung urbaner Lebensräume, Mobilität etc. In diesem Konzert bekommt Kultur einen immer zentraleren Stellenwert. Carsten Brosda ist ein Advokat dieser Veränderungen, der sich zukunftsweisend in die Debatte einbringt, und dies nicht nur in Hamburg, sondern im gesamten Bundesgebiet, was auch national nicht unbemerkt geblieben ist. Wir hoffen darauf weiter aufbauen zu können, um gemeinsam die Zukunft in dieser Stadt und darüber hinaus zu gestalten.

Es wäre schade, wenn es hier aufgrund von Machtarithmetik einen abrupten Führungswechsel gäbe. Wenn wir unsere Demokratie verteidigen wollen, gehören dazu auch eine vernünftige Personalpolitik und ein klares Bekenntnis für die Belange der Kultur, die gerade in unruhigen Zeiten eine wichtige Stütze der Zivilgesellschaft darstellt. Dies sollte nicht parteipolitischen Interessen geopfert werden. Wir bauen auf einen überparteilichen Konsens und hoffen darauf, dass Sie die Kulturpolitik in der Stadt ernst nehmen.

Die unterzeichnenden AkteurInnen und Institutionen aus der Kultur, der Kulturwirtschaft und den Medien in Hamburg haben in der jüngeren Vergangenheit vertrauensvoll und zielorientiert mit dem amtierenden Senator zusammengearbeitet. Die erneute Ernennung von Carsten Brosda zum Senator für Kultur und Medien begrüßen wir sehr.

 Mit freundlichen Grüßen,

  • Helge Albers, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein
  • Norbert Aust, Hamburger Theater e.V.
  • Tulga Bayerle, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
  • Karin Beier, Deutsches SchauSpielHaus Hamburg
  • Amelie Deuflhard, Kampnagel internationale Kulturfabrik GmbH
  • Georges Delnon, Staatsoper Hamburg
  • Bernd Dopp, Warner Music Central Europe
  • Christine Ebeling, Gängeviertel e.V.
  • Pascal Funke, funke media GmbH
  • Burkhard Glashoff, Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette GmbH
  • Jonas Haentjes, Edel SE & Co. KGaA
  • Andreas Hoffmann, Bucerius Kunst Forum gGmbH
  • Karsten Jahnke, Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH
  • Alexander Klar, Hamburger Kunsthalle
  • Thomas Kraupe, Planetarium Hamburg
  • Daniel Kühnel, Symphoniker Hamburg e.V.
  • Christoph Lieben-Seutter, Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft mbH
  • Stephan Thanscheidt, FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH
  • Dirk Luckow, Deichtorhallen Hamburg GmbH
  • Joachim Lux, Thalia Theater
  • Barbara Plankensteiner, Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt
  • Alexander Schulz, Reeperbahn Festival GbR
  • Andràs Siebold, Internationales Sommerfestival
  • Bettina Steinbrügge, Kunstverein in Hamburg
  • Albert Wiederspiel, Filmfest Hamburg gGmbH
  • Timotheus Wiesmann, Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft e.V“

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