Musikvideo-Filmpreis ging an Harburger Schule:

Abgedreht!

Bunt, schmalzig, piefig und trashig zugleich: Szene aus dem Sieger-Video aus Harburg. Bollywood läßt grüßen! (Foto: Hirn_und_Wanst GmbH)

Filme machen Spaß! Nicht nur beim Gucken sondern auch beim Drehen. Harburger Schüler*innen gewannen damit jetzt sogar einen Preis!

Mit jedem Smartphone kann man heute Videos drehen und bei YouTube oder Vimeo sogar im WorldWideWeb der ganzen Welt zeigen. Doch mit professionellem Equipement und Beratung kann man gleich ganz Bollywood erobern. So oder ähnlich mag die Idee einiger Schüler*innen am Harburger Friedrich-Ebert-Gymnasium und der Goethe-Schule gewesen sein, als sie sich entschlossen, sich um den „abgedreht“-Preis Hamburgs zu bewerben. Und mit ihren Lehrern Jan Reteike und Wolf Göltz hatten sie auch genau die richtigen Männer an ihrer Seite, Visionen zu laufenden Bildern zu machen.

Inhalt war Jaques Palminger Hit „Spanky“. Palminger gehört zur Klamauk-Kunstbande um das Hamburger „Studio Braun“ und in seinem Hit „Spanky“ geht es um piefige Vorstadt-Gegenden. „Du hast doch schon den Golf und die Doppelhaushälfte mit Rolf, von mir aus kannst Du alles haben, aber Spanky gehört mir!“ lautet eine typische Zeile davon und die Schüler*innen animierte es zu Bildern, wie man sie  in Bollywood-Streifen kaum besser sieht.

Dieses Video mit kitschigen Formationstänzen voller Emotionen und Hunde-Phantasien in der heilen Welt einer Solarsiedlung in Hamburg-Wilhelmsburg entstand im Rahmen von “pop to go”. Dies ist ein Förderprogramm des Bundesverbandes für Popularmusik, in dem Hamburger Jugendliche mit den Experten von „Hirn und Wanst“ – einer Filmschmiede mit Sitz in Wilhelmsburg – professionelle Musikvideos für Hamburger Bands erarbeiten, drehen und produzieren. Redaktion, Regie, Kamera, Ton, Ausstattung – alles lag in der Hand der Jugendlichen, die so zugleich erste Einblicke in die Branche der Filmproduktion bekamen. Und selbst eine Bollywood-Tanzlehrerin, nämlich Tatjana Wegner, hat mit den Harburger Schülern die Choreografie einstudiert.

„Das Förderprogramm „pop to go“ hat das Video „Spanky“ möglich gemacht. Die Zusammenarbeit mit Hirn & Wanst ermöglicht ein Niveau, das eine Schule nicht bieten kann“, erklärt Lehrer Jan Reteike. „Trash“ nannte das Ergebnis Abendblatt-Redakteur Thomas Sulczyk. Und eben dieser Trash-Streifen gewann beim „Abgedreht“-Festival Ende letzten Jahres in der Kategorie „bester Schülerfilm“ den ersten Preis.

Und auch weitere Videos aus dem Süderelbe-Raum finden sich im YouTube-Channel der Produktionsfirma „Hirn und Wanst“. So etwa der Titel „Try“ von der Band „The Box“. Hier dreht es sich inhaltlich – und ebenso trashig gedreht – ums Aufstehen, sich aus dem Bett schieben, essen, zur Bahn laufen, in die Schule gehen, unterwegs sein, Blicken ausgesetzt sein. 100 % Beobachtung, Verfolgung – Handykameras überall! Entweder fliehen oder den Rest um sich ausblenden! Wilde, schnelle Musik – eigentlich möchte man laut mitschreien, um der Anspannung zu entkommen. Ein Video, das ausschließlich mit den privaten Handys der teilnehmenden Jugendlichen gefilmt wurde und etliche Orte Harburgs so ganz nebenbei „in Szene“ gesetzt hat.

Wer die Videos noch nicht gesehen hat:

Das Siegervideo: Palminger – Spanky

Das Video zu „The Box – Try“

Weiterführende Links:

Friedrich-Ebert-Gymnasium; Hamburger Abendblatt vom 2. Feb. 2018; www.hirnundwanst.de

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