Interview: Joachim Frank zu Gast bei der 4. SuedLese

Unter Palmen …

Kommt zur SuedLese nach Moorburg: Joachim Frank (Foto: BookOldesloe)

Joachim Frank lebt seit knapp 20 Jahren im hohen Norden von Hamburg, wird jedoch eigens zur SuedLese die Elbe überqueren und gleich an zwei Orten in Harburg zu Gast sein

und Kostproben seines Könnens bieten. Denn er ist kein unbeschriebenes Blatt, publizierte über 60 Geschichten in Anthologien, Zeitungen und Zeitschriften und nahm erfolgreich an verschiedenen Literaturwettbewerben teil. Die letzte Auszeichnung bekam er 2017 auf der literatur altonale – Lesebühne. Bei der Book Oldesloe war er einer der Autoren der langen Nacht des Lesens im November 2018, die auf die Buchmesse im Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe einstimmte mit weihnachtlichen Geschichten.

Tiefgang (TG): Herzlich willkommen bei SuedKultur! Wir freuen uns, dass die Literaturtage in Harburg offenbar an Renommee gewinnen und auch „überregional“ Autoren anziehen. Oder Sie reisen einfach gerne. Daraus ergibt sich die erste neugierige Frage: Wie kommen Sie zur SuedLese?

Joachim Frank: Eine Freundin, die in Harburg lebt, erzählte mir von der SuedLese und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, dort einmal mitzumachen. Ich rief Herrn Langanke an, und dann ging alles ganz schnell.

TG: Sie sind tatsächlich viel gereist, lernten Länder und Leute kennen, fanden Themen an den Wegesrändern und fingen mit dem Schreiben von Kurzgeschichten an. Was für Geschichten haben Sie zur SuedLese im Gepäck?

Joachim Frank: Ich werde eine bunte Mischung zusammenstellen. Geschichten aus aller Welt werden ebenso dabei sein wie solche, die in der S-Bahn oder gleich um die Ecke spielen. Heiteres wird nicht fehlen, aber mein Schwerpunkt ist eher ein nachdenklicher Blick, mit dem ich versuche, das Besondere im Alltäglichen sichtbar werden zu lassen.

TG: Ich konnte mich sowohl bei der langen Lesenacht auf der Book Oldesloe als auch in der Hörprobe https://www.literaturinhamburg.de/mp3/les647.mp3 davon überzeugen, dass Sie auch gut lesen können (was nicht selbstverständlich ist). Fiel Ihnen das schon immer leicht oder mussten Sie es erst lernen bzw. lange üben?

Joachim Frank: Ich habe über 30 Jahre lang als Lehrer die Fächer Deutsch und Sport unterrichtet. Vorlesen und reden können sind da zwangsläufige Voraussetzungen. Aber es ist ein großer Unterschied, ob man Schülern etwas erzählt oder einem Publikum die eigenen Geschichten vorliest. Ich trainiere das regelmäßig und überprüfe mich mithilfe eines Diktiergerätes. Das Publikum hat eine Erwartungshaltung, der ich als Autor gerecht werden möchte. Fehler inklusive, die machen schließlich auch den Charme einer Lesung aus.

TG: Gibt es ein Erlebnis, das Sie besonders geprägt oder beeindruckt hat, das quasi das Feuer für die Schriftstellerei in Ihnen entfacht hat?

Joachim Frank: Am Ende einer Reise nach Malaysia hatten meine Frau und ich uns entschieden – wir waren als Rucksack-Touristen unterwegs –, die letzte Woche auf einer fast einsamen Insel zu verbringen. Bevor die kleine Fähre ablegen sollte, besorgte ich mir noch schnell einen Schreibblock, weil ich den Eindruck hatte, dass Fotos das Erlebte nur unzureichend festhalten, denn das wirklich Prägende sind oft Begegnungen und Erlebnisse mit anderen Menschen. Unter Palmen schrieb ich dann also kleine Geschichten von unseren diversen Reisen auf, jeden Tag eine. Das ist nun fast 30 Jahre her, und seitdem sind viele weitere Geschichten zu diversen Themen entstanden.

TG: Haben Sie eine Lieblingsgeschichte, und wenn ja, warum?

Joachim Frank: Nein. Natürlich gibt es Geschichten, die mir näher sind, mehr mit mir – meinem Inneren – zu tun haben als andere. Wenn´s zu nahe geht, verfremde ich, bis eine Distanz zwischen mir und der Geschichte entsteht. Schließlich geht es den Lesern und Hörern nicht um meine Befindlichkeit, sondern um gute Geschichten, in denen sie auch etwas von sich wiederfinden. Darum bemühe ich mich.

TG: Recht herzlichen Dank für dieses Interview! Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und unseren Lesern beim Zuhören!

Termin: So., 07. Apr, 19h – Joachim Frank – „Kleine Momente, gemischte Gefühle“ (Kurzgeschichten), Eintritt frei, Elbdeich e.V., Moorburger Elbdeich 249, 21079 Hamburg-Moorburg

weitere Infos zum Autor www.joachimfrank.info

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