Initiative hat Zuschlag für ein Kulturfestival der Superlative bekommen

4 Wochen SuedKulturSommer!

Erste Planungen frü den SuedKulturSommer 21: v.l. Carsten Lünzmann, Werner Pfeifer, Armin Grambert-Martens, SuedKultur-Sprecher Heimo Rademaker, Matts Wollny, Jürgen Havlik, André Jobst, Sabine Rudolph (Foto: Sabine Schnell / Reflexblue)

Kultursenator Brosda rief Anfang Mai eine Ausschreibung aus, um Hamburg während der Sommerferien Kultur an der frischen Luft anzubieten. Die Harburger Initiative hat sich beworben und was nun kommt, dürfte alles da gewesene sprengen: der SuedKulturSommer! 

Seit gut 15 Jahren besteht die freie Initiative SuedKultur, einst angetreten, um die Kultur auf der „falschen Seite vom Fluss“ zu stärken. In der Pandemie waren ihre Mitstreiter auf sich allein gestellt und die Netzwerker*innen halfen sich so gut es ging durch die existenzgefährdende Zeit. Etwa durch das Festival „Fight for Live“ in 2020 oder die gerade meist digital zu erlebenden Literaturtage SuedLese. Jetzt hat SuedKultur einen weiteren Zuschlag zur Teilnahme am Hamburger Kultursommer 2021 bekommen und stellt einmal mehr heraus: sie ist bestens aufgestellt!

Heimo Rademaker, seit 2019 Sprecher der Initiative und selbst Betreiber des Rockclubs Marias Ballroom: „Bei der Ausschreibung und der Kürze der Zeit war schnell klar: entweder zerreiben wir uns im Kleinklein und stehen uns regelrecht selbst im Wege oder wir halten zusammen, planen ein großes Ganzes und jede*r bringt seinen Teil ein,  um ein großes kulturelles Feuerwerk zu entfachen.“ Und so hat man sich schnell für Letzteres entschieden.

Denn worum geht es? Die Kulturbehörde stellt mehrere Millionen Euro für den Hamburger Kultursommer bereit und mit dem Ziel, dass alle kulturellen Genres aber auch zuarbeitende Gewerke bedacht werden. Gagen, Organisation, Bühnenbau, Techniker, Werbung und betreuende Kräfte – eine riesige Branche soll nach gut eineinhalb Jahren wieder belebt werden. Eine riesige Finanzspritze in einen breit aufgestellten Veranstaltungssektor.

„Das klingt erstmal großartig. Aber wenn nun alle einzeln nach Bühnentechnik, Platznutzungen, Veranstaltungslogistik bis hin zu WCs und Security-Kräften anfragen, ist außer selbst gemachtem Stress und Chaos wenig geklärt“, so Rademaker. „Und wenn ich auf den Kalender schaue und in vier Wochen die ersten Konzerte, Lesungen und Theaterszenen aufgeführt werden sollen, ist der Stressfaktor ja auch ohnedies hoch genug.“19

Also hatten sich die Netzwerker*innen von SuedKultur kurzgeschlossen und einen Plan gemacht, der alle Kräfte mobilisiert aber auch braucht und Kräfte schonend  sein soll. Denn ab dem Wochenende vom 8. Juli an wandern große Bühnen in Harburg vier Wochen lang von Platz zu Platz und werden bis um 8. August mehr als 100 Auftritte auf die Bühnen bringen: von acapella, über Klassik bis Hardrock, von Kabarett, Lesung, über Kindertheater bis Klamauk und selbst das 1. Harburger Kunstfest stehen auf dem Programm.

Kurzum: wer zu dieser Zeit in Urlaub fährt, verpasst Kultur pur der Superlative!

„Wir werden so ziemlich alles mobilisieren, was südlich der Elbe das Wort kreativ kennt und auch Dinge auf die Bühne bringen, für die Harburger*innen sonst weite Wege in Kauf nehmen mussten. Das Schmanckerl obendrauf: das alles wird bezahlbar bleiben!

Es geht diesmal mal nicht um Geld im Sinne von Eintritten. Dafür zum Glück springt die Kulturbehörde ein. Was wir aber andenken, ist ein Obolus zu nehmen, um die nötigen Hygienemaßnahmen samt Distanzen gewähren zu können. Eine Aufgabe für sich!“, so  Heimo Rademaker, der bei aller Veranstaltungserfahrung in der Dimension komplettes Neuland betritt. „Na und? Es wird Zeit, dass wir alle wieder in Übung kommen und mit der SuedKultur Music-Night oder gerade erst den SuedLese-Literaturtagen ist unsere Initiative belastbarer als man denkt. Wird auch mal Zeit, dies unter Beweis zu stellen!“

So möglich, wird es ein umfangreiches Programmheft zur Orientierung geben, in dem von Kinder- über Familienangeboten, Tanz, Theater, Literatur, Kabarett, Kino, Kunst und Klassik bis Rock kein Wunsch offenbleiben soll und alles vorwiegend mit Hamburger und vor allem Harburger Künstler*innen bestückt.

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