Bezirk Harburg lädt erstmals zum „Sommer im Park“ an die Außenmühle:

3 Tage Freilicht-Kultur

Ist der Sommer schön, ist die Freilichtbühne ein "Sommernachtstraum" - wie hier 2017. (Foto: Reinhard Schmidt)

Bis 2012 war „Fete ohne Knete“ an der leicht versteckten Freilichtbühne im Harburger Stadtpark am Außenmühlenteich eine stadtbekannte Hausnummer. Dann gab es Ärger und lange nichts. Jetzt startet der Bezirk selbst als Kulturveranstalter zu einem „Sommer im Park“.

Die Geschichte um Veranstaltungen auf der Feilichtbühne im Stadtpark ist lang und eher kein Sommermärchen. (´Tiefgang` berichtete: „Kultur an der frischen Luft“ 6. Mai 2017„Mehr Trubel hinter als auf der Bühne“, 14. April 2018)

Da sie letztlich so gut wie gar nicht mehr genutzt wurde, stand der Bezirk Harburg unter Druck, denn viel Sanierungsgeld war seit 2013 geflossen und bedurfte der Rechtfertigung. Und so nahm sich der Bezirk letztlich selbst in die Pflicht und agiert nun als Veranstalter. Federführend wurde das Citymanagement Harburg ins Boot geholt und mit der Lawaetz Stiftung und der Initiative SuedKultur ein neues Veranstaltungsformat entwickelt: Das Kulturfestival „Sommer im Park“.

Das Open-Air-Kulturfestival „Sommer im Park“ findet nun erstmalig vom Fr., 24. bis zum So., 26. August 2018 im Harburger Stadtpark statt. Mit Pop-, Rock- und Jazzmusik sowie Auftritten von Orchestern und Big Bands über Poetry Slam, Geschichtenerzählern, Tanz und Theater wird ein breit gefächertes und abwechslungsreiches Angebot bei freiem Eintritt zu sehen sein.

Mit dem als Gartendenkmal geschützten Harburger Stadtpark, in dem sich die 2014 grundsanierte barocke, über 1.000 Quadratmeter große Freilichtbühne befindet, will Harburg so wieder auf den ganz besonderen Ort für kulturelle Veranstaltungen aller Art aufmerksam machen.

Das neue Festivalformat zeige zudem, wie lebendig die kulturelle Szene, die von einem beeindruckenden ehrenamtlichen Engagement getragen wird, in Harburg ist und dass es stimmungsvolle Locations gibt, die dem vielfältigen Kulturgeschehen einen passenden Rahmen bieten, heißt es in de Pressemitteilung. Und in der Tat: viele Kreative aus dem Süden Hamburgs haben sich einen Bühnenauftritt ebendort schon lange gewünscht. Denn inmitten des Parks mit Blick auf den Teich – ein einzigartiges Idyll.

Das neue Veranstaltungskonzept wurde letztlich möglich mit Mitteln von rund 30.000,- € der Harburger Bezirksversammlung, der SAGA Stiftung Nachbarschaft, Lotto Hamburg und dem Eisenbahnbauverein. Für Gagen so berichtet auch das Portal harburg-aktuell.de aber fließe kein Geld.

Das dreitägige Programm ist für die Besucher kostenlos und umfasst insgesamt 28 Programmpunkte. Mit dabei sind Julia Vej, Franz Josef & Band oder die Celtic Cowboys. Rock, Pop, Swing, Tanz, Comedy, Kabarett, A-Capella und gar Kettensägen-Kunst ist zu erleben. Moderiert wird an den drei Tagen von insgesamt vier NDR-Moderatoren, darunter der Harburger Werner Pfeifer, der auch mit seiner Hafen-Bande selbst Musik zum Besten geben wird. Rund 80 Künstler und Künstlergruppen hatten sich um einen Auftritt beworben und kamen vorwiegend direkt aus dem Bezirk oder nahen Umland.
„Sommer im Park soll zeigen, wie lebendig die kulturelle Szene in Harburg ist und dass es stilvolle Locations gibt, die dem kulturellen Angebot einen passenden Rahmen bietet“, so Citymanagerin Gitte Lansmann. Und Bezirksamtsleiter Dierk Trispel: „Es ist ein Format, das neu gegründet worden ist. Ich verbinde es mit der Hoffnung, dass es eine ganz tolle Veranstaltung wird und es auch in den kommenden Jahren stattfinden wird.“

Gerrald Boekhoff, Leiter des Fachamts ´Management des öffentlichen Raums`, hofft, dass die Bühne durch die Veranstaltung einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt und künftig von Kulturschaffenden mehr nachgefragt wird. Die Initiative SuedKultur begrüßt grundsätzlich jedes Plus von kultureller Nutzung. Aber klar ist auch: derartige Gelder stehen sonst der Kultur nicht zur Verfügung. Vielmehr muß noch Geld für WCs, Wasser, Elektrik etc. aufgebracht und in der Regel über Getränkeverkauf refinanziert werden. Denn Eintritt zu nehmen, was in Harburg ohnehin viele Veranstalter meiden, ist dort so gut wie unmöglich. Bleibt also abzuwarten, welche Nachhaltigkeit das „Sommer im Park“-Festival auf künftige Anfragen haben wird. Viele Kulturschaffende haben sich mittlerweile mit privaten Open-Air-Flächen Ausweichmöglichkeiten geschaffen.

Die Programmzeiten und -details finden sich an den angegebenen Tagen unter  www.sued-kultur.de.

 

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