Der April steht im Hamburger Süden im Zeichen der Literatur

3. SuedLese überzeugt mit Vielfalt

Der April mag machen was er will - wir werden jedenfalls lesen! (Grafik: Sabine Schnell / reflexblue)

Zum dritten Mal bereits finden im Hamburger Süden Literaturtage ´SuedLese` statt. Im ´Tiefgang` stellen wir Ihnen ab heute vorab etliche Bücher und Autor*innen vor.

Die Initiative SuedKultur mit über 40 Kulturinstitutionen des Süderelbe-Bereichs würdigt seit drei Jahren die literarische Arbeit südlich der Elbe und nennt sie konsequent ´SuedLese`. Dieses Jahr bestimmt sie den ganzen Monat April vor.

Das Programm ist regelrecht ein Spiegel der Zeit: Der Auftakt zum 1. April wird scherzhaft mit einer Lesung von Texten von Hans Scheibner im Literaturcafé Striepensaal in Neuwiedenthal gemacht. Passend zur Osterzeit stellt der Schauspieler Hartmut Lange in der St. Johannis-Kirche in der Bremer Straße die Frage, ob Jesus oder Judas für uns starb. Grundlage dafür ist das Monodrama „Judas“ der flämischen Autorin Lot Vekeman (6. Apr., 20h).

In Harburgs Irish Pub „The Old Dubliner“ liest der Harburger Autor Christoph Rommel über Sex, Drogen und andere Abgründe, will aber beim Bier vor allem Hoffnung geben (10. Apr.).

Unter den Stars der SuedLese findet sich der durch die TV-Sendung „Extra 3“ bekannte Auslandsreporter Dennis Gastmann (12. Apr., Bücherhalle Harburg), aber auch der zur Zeit viel gelobte Johann Scheerer, der als Sohn von Philipp Reemtsma dessen Entführung 1996 aus Teenager-Sicht bravourös schildert (24. Apr., Buchhandlg. am Sand). Und auch die gehbehinderte Laura Gehlhaar ist bundesweit als Inklusionsverfechterin bekannt und liest am 20. April aus ihrem neuesten Buch „Kann man da noch was machen?“ (Treffpunkt Hölertwiete).

Aber auch aktuelle Themen wie Migration und Flucht sind vertreten – passenderweise im Café Refugio. Dort liest am 19.4. der einst aus Sri Lanka geflohene und mittlerweile erfolgreiche deutsche Klinikarzt Umes Arunagirinathan aus seinem Buch „Der fremde Deutsche“ und ebendort lesen am 27.4. die Brüder Thaer und Thamer Imad aus ihren Erinnerungen „Von Tod zu Tod“.

Die SuedLese ist aber vor allem eine Würdigung der lokalen Literaturarbeit. „Es ist faszinierend, wie viele publizierende Schreiberlinge weitestgehend  unentdeckt hier leben und arbeiten“, so Mit-Organisator Heiko Langanke. Denn viele der Schreibenden und Lesenden entstammen direkt der Nachbarschaft. So die Agitatoren der Harburger Schreibwerkstatt wie Heide-Marie Preuß oder Kerstin Brockmann, die auch einen Schreibwettbewerb für den Nachwuchs ausschrieb und am 22. April im Kulturverein „Alles wird schön“ unter den mehr als 40 Einsendungen verleihen wird. Oder die Macher des Harburger Szene-Magazins „heigh“, die sich und den „Poetomaten“ im neuen Kreativort „Kulturwohnzimmer“ im Gloria-Tunnel vorstellen werden (13. / 14. Apr.). Die türkischstämmige Harburgerin Kadriye Bakşi wird aus ihren Kinderbüchern auf Deutsch aber auch türkisch vorlesen (13. Apr.) und die erfolgreiche Harburger Buchautorin Birgit Storm stellt ihren druckfrisch erschienen 3. Krimi „ „Alte Schuld und neues Leid“ erstmals im Rahmen der SuedLese vor.

All das und noch viel mehr an mehr als 20 verschiedenen Orten der Literatur im Süden der Stadt. Ob in Neugraben, Neuwiedenthal, Moorburg, Heimfeld, Harburg-City oder –Hafen, Rönneburg oder Wilhelmsburg – ob in der klassischen  Buchhandlung, an der Universität, in der Kneipe oder Restaurant, im Museum oder Tunnel – es wird gelesen, was das Zeug hält!

Weit über 40 lesende Akteure sind zugange und machen den Hamburger Süden einen ganzen Monat lang zum Literaturfest.

Möglich wird all das vor allem durch Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien, der Alfred Toepfer-Stiftung FVS und auch der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg.

Das komplette Programmheft steht auch hier zum download bereit.

Die Initiative SuedKultur ist ein lockerer und ungeförderter Zusammenschluss von über 40 verschiedenen Kulturinstitutionen des Hamburger Südens. Sie besteht seit nunmehr 10 Jahren, stärkt die Wahrnehmung der Süderelbe-Kultur durch das Terminportal www.sued-kultur.de, seit acht Jahren mit einer jährlichen SuedKultur Music-Night (dieses Jahr am 20. Okt.) und eben den nunmehr dritten Literaturtagen SuedLese.

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