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Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Dagmar Lieblová
Mitwirkende / Leitende
Dagmar Lieblová
Veranstaltungstyp
Vortrag
Schwerpunkt
Projekts 'Mit der Erinnerung in die Zukunft'
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Dagmar Lieblová kam am 19. Mai 1929 in Kutna Hora (Kuttenberg) als älteste Tochter des jüdischen Arztes Dr. Julius Fantl und seiner Ehefrau Irena Fantlová, geb. Reitmanová, zur Welt. Am 5. Juni 1942 wurde sie zunächst in das Getto Theresienstadt und von dort am 15. Dezember 1943 weiter in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Sie überlebte diese Hölle als einzige aus ihrer Familie und wurde im Sommer 1944 zunächst in das KZ-Außenlager Dessauer Ufer im Hamburger Hafen und von dort zwei Monate später in das Frauenaußenlager des KZ Neuengamme am Falkenbergsweg in HH-Neugraben überstellt. Hier kamen die weiblichen Häftlinge vor Ort beim Bau einer Plattenhaussiedlung, bei der Trümmerbeseitigung, beim Ausheben eines Panzergrabens und beim Schneeräumen zum Einsatz. Die ca. 500 Frauen hausten in zwei Wohnbaracken auf engstem Raum. Die Verpflegung war ebenso mangelhaft wie die medizinische Versorgung. Darüberhinaus litten die Häftlinge unter den nassen und kalten Witterungsbedingungen vor Ort und der Willkür des Lagerkommandanten Friedrich Wilhelm Kliem. Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Dagmar Lieblová im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Im Sommer 1945 kehrte sie in die Tschechoslowakei zurück und verbrachte dann fast weitere drei Jahre in einer Lungenheilanstalt. Danach studierte sie Deutsch an der Karls-Universität in Prag. 1955 heiratete sie den Mathematiker Peter Liebl. Sie wurde Mutter dreier Kinder und arbeitete zugleich als Lehrerin zunächst an Schulen und dann an der Philosophischen Fakultät der Prager Universität. 1990 gründete sie mit weiteren Überlebenden die Theresienstädter Initiative, die sich der Aufgabe stellt, das Andenken derer zu bewahren, die nicht überlebten, denjenigen zu helfen, die überlebten, und der Nachwelt vom Holocaust zu berichten. Heute spricht Dagmar Lieblová als Vorsitzende dieser Organisation vor Ort und auf Auslandsreisen mit vielen Jugendlichen und Erwachsenen über ihr Leben und die Shoah. So folgt sie im Rahmen des Projekts ‘Mit der Erinnerung in die Zukunft’ der ‘Initiative Gedenken in Harburg’, das mit dem Hans-Frankenthal-Preis 2016 der Stiftung Auschwitz Komitee ausgezeichnet wurde, erneut einer Einladung der engagierten Preisträgerinnen und Preisträger zu einem Zeitzeugengespräch.
Dabei wird sie auch das vor kurzem im Bergmann Verlag erschienene Buch ‘Jemand hat sich verschrieben – und so habe ich überlebt.’, die Geschichte der Dagmar Lieblová, erzählt von Marek Lauermann, Borgholzhausen 2016, vorstellen.
 
Termin-Infos und Anfahrt
Eintritt / Gebühr
frei
 


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